Bild: Adopt a Revolution

Seit Montag hält sich eine Gruppe von AfD-Politikern in der syrischen Hauptstadt Damaskus auf. Sie wollen zeigen, wie sicher Syrien angeblich sei – und dass die meisten Flüchtlinge zurückkehren könnten. (bento)

Auf Facebook und Twitter posten die Rechtspopulisten zynische Berichte und Fotos, die einen vermeintlich normalen Alltag in Syrien zeigen. Frauen laufen in Jeans durch die Straßen, Geschäfte sind geöffnet, es gibt Eiscreme.

Nun haben sich zwei Syrer, Eman und Bilal, in einer Videobotschaft an die AfD-Gruppe gewandt – und zeigen ihnen, wie es wirklich ist.

Die beiden sind im Osten von Damaskus in dem Landstrich Ghuta eingeschlossen. In dem Gebiet haben islamistische Gruppen und Rebellenverbände das Sagen, das Regime von Syriens Präsident Baschar al-Assad hat es umzingelt. Lebensmittel und Medikamente kommen kaum hinein, Zivilisten dürfen nicht hinaus. 

Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden allein am Mittwoch mindestens 62 Zivilisten bei überwiegend russischen Luftangriffen getötet, darunter sechs Kinder.

In ihrer Videobotschaft berichten Eman und Bilal von ihrem Leid:

Die beiden wurden von der Hilfsorganisation "Adopt a Revolution" gebeten, ihre Botschaft an die AfD zu schicken. Sie fragen: "Hört ihr nicht die Kampfflugzeuge und Bomben?"

Wären die AfD-Politiker ehrlich, müssten sie mit Ja antworten. Das Hotel, in dem sie untergebracht sind, das "Dama Rose", liegt nur etwa fünf Kilometer von der eingekesselten Ghuta entfernt. Der AfD-Abgeordnete Christian Blex zeigte ein Foto des Hotelpools:

In weiteren Posts bezeichnete Blex den Alltag in Damaskus als "normal", die "Wahrheit" über Syrien müsse nun gezeigt werden. Was er verschweigt: Niemand badet im Pool, nicht mal Liegen gibt es. 

Die Kampfjets, die Ghuta bombardieren, starten nur wenige Kilometer südöstlich von seinem Hotel auf dem Militärflughafen Mezze – Blex müsste sie sehen, wenn sie am Balkon vorbeifliegen.

In anderen Beiträgen behauptet Blex gleichzeitig, dass Damaskus sicher sei – und zeigt dann doch Fotos, in denen ein Kirchendach von Granaten getroffen wurde. Auf manchen Fotos werden Frauen in eng anliegenden Jeans wie Trophäen gezeigt, dann gibt es Bilder mit verschleierten Frauen. 

Beide hat es in Syrien schon immer gegeben. Was die Bekleidung von Frauen über die Sicherheit des Bürgerkriegslandes aussagen soll, bleibt unklar. 

Dass die AfD-Gruppe Ghuta besucht und es dort unter Beschuss aushält – wie es die beiden Syrer im Video fordern – ist unwahrscheinlich. 

Selbst wenn die Politiker Interesse hätten, werden es syrische Sicherheitskräfte wohl verhindern. Denn dann würde die Propaganda bröckeln, die Assad verbreiten will.

Wir haben die AfD vor Ort erreicht – und ihre Aussagen eingeordnet:


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Die packende Story

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