Gut ein halbes Jahres hat der Syrer Hassan al-Kontar auf dem Flughafen von Kuala Lumpur in Malaysia verbracht. Nun ist er auf dem Weg ins kanadische Vancouver – denn Kanada will ihm Asyl gewähren. 

Hassan verließ Syrien, um dem Militärdienst und damit dem Krieg im Land zu entgehen. Weil er über keine Ausweispapiere verfügte, konnte er die Transitzone des Flughafens in Malaysia aber nicht verlassen. (SPIEGEL ONLINE

Hassans Leben spielte sich seitdem in einer Flughafenhalle ab – vom Schlafen im Wartebereich bis zum Waschen auf der Herrentoilette. 

Davon erzählte der junge Mann auf Twitter.

Medien auf der ganzen Welt berichteten über sein Schicksal. Anfang Oktober nahmen Behörden den Syrer offenbar fest und es wurde ruhig auf seinem Twitterprofil.

Am Montagabend meldete sich Hassan al-Kontar zurück mit einer tollen Neuigkeit

Es ist nicht wichtig, wo ich die letzten zwei Monate war oder was mit mir passiert ist. Was zählt, ist heute und morgen. Heute bin ich in Taiwan am Flughafen. Und morgen werde ich mein Ziel erreichen: Vancouver, Kanada.
Hassan al-Kontar

Anschließend bedankt er sich für die Unterstützung auf Twitter, bei seinen kanadischen Freunden und seinem Anwalt

Am Ende des Videos macht der Syrer, auf all die Menschen aufmerksam, die immer noch in Flüchtlingslagern auf der ganzen Welt leben. Man solle an sie denken.


Gerechtigkeit

Tiger erschossen und gekocht – Polizei hebt illegalen Tierhändler-Ring in Europa aus
"Tot sind die Tiere mehr wert als lebend"

Die Polizei in Tschechien hat offenbar einen weitreichenden Tierschmuggler-Ring ausgehoben. Wie "The Guardian" berichtet, wurden in Prag Überreste von getöteten Tigern und Löwen entdeckt. Der Fund zeige, wie grausam Kriminelle Tiere quälen und töten, um an ihnen zu verdienen, so eine Polizistin.

1 Was genau hat die Polizei gefunden?

Die Behörden fanden in einem Haus in Prag Einzelteile von verschiedenen Wildkatzen in einer nicht angeschlossenen Kühltruhe. Die Überreste waren bereits teilweise verwest. In einem Schuppen direkt neben dem Haus fanden die Fahnder zudem einen kürzlich erschossenen Tiger und einen Topf auf einer Gasflamme mit nicht identifizierbarem Fleisch und Knochen.

2 Was haben die Tierschmuggler mit den toten Tieren vor?

Der Zugriff sei das Ergebnis von Ermittlungen über fünf Jahre, an denen die Polizei, das Veterinärsamt und der Zoll beteiligt gewesen seien. Der organisierte Ring bestünde aus tschechischen und vietnamesischen Kriminellen, die geschützte Großkatzen illegal töten und weiterverarbeiten, um sie an die traditionell-chinesischen Medikamenten-Industrie zu verkaufen. 

3 Wie konnte sich ein solches Netzwerk in Europa aufbauen?

Eigentlich werden Transporte von Tigern in der EU sehr genau überwacht. Die tschechische Gesetzeslage geht sogar noch einen Schritt weiter. Dort muss jede Geburt, jeder Verkauf und jeder Tod eines Tigers genauestens protokolliert werden.

Doch dieses Gesetz wurde offenbar reihenweise gebrochen. Die Spur führte die Ermittler zu Tschechiens größtem Zuchtbetrieb für Raubkatzen, der die Tiere eigentlich an Zirkusse und Zoos verkauft. Doch es sei offensichtlich, dass der Betrieb Tiger und Löwen auch heimlich an einen vietnamesischen Händler verkauft habe, so die Behörden. Zusammen mit einem tschechischen "Jagd-Enthusiasten" habe dieser Händler begonnen, die Tiere zu töten, kochen und die Produkte nach Asien zu verkaufen