Bild: Svenja Gräfen
Svenja Gräfen ist Poetry-Salmmerin und Autorin. Sie wurde 1990 geboren, lebt in Dortmund und studiert nebenbei. @gehraven auf Twitter. Wie sie mit Hass-Kommentaren umgeht:
"Du als hässlicher Vogel musst ja eh keine Angst vor Belästigung haben"

Svenja: Das wurde mir nach Köln zur Ausnahmslos-Debatte in die Twitter-Mentions gespült. Ich fand es ganz freundlich formuliert - wie oft ist man schon ein "hässlicher Vogel" und nicht gleich eine Schlampe?

Ein Klassiker unter den Hass-Kommentaren: die Reduktion aufs vermeintlich schlechte Aussehen.

Andere Trolle hat es auch schon "nicht gewundert", dass ich Feministin bin, wo ich doch so ein schreckliches "Man Jaw" und außerdem eine scheiß Frisur habe. Die Erkenntnis, dass so etwas keine Kritik und erst recht keine konstruktive sein kann, sondern nur eine extrem einfallslose Beleidigung ist - geschenkt.

Gern wird auch meine Intelligenz angezweifelt.

"Buy an education!!1", "Wie scheiße dumm kann man eigentlich sein? Sie ist so dumm und tut so, als wären Männer an allem schuld, dabei haben Frauen eigentlich die Vorteile, sie müssen nicht in den Krieg!!"

Svenja: Obwohl ich mich ungern darüber lustig mache, sind gerade solche Kommentare nicht selten voller Rechtschreibfehler. Und wo die Beleidigungen wirklich meist sehr unkreativ sind, strotzen die hochtrabenden Pseudo-Argumente oft nur so vor Fantasie. Am besten gefällt es mir, wenn von Verschwörungen die Rede ist. Belehrende "Argumente" finde ich fast noch schlimmer als eindeutige Hassbotschaften - weil ich mich zusammenreißen muss, um keine Diskussion anzufangen.

Die beste Strategie?

Svenja: Fiese Hasskommentare gnadenlos löschen und die Verfasser_innen blockieren. Bei Kommentaren zu Artikeln oder Videos, die nicht auf der eigenen Seite erscheinen, ist das natürlich schwierig. Dann hilft: nicht allein bleiben damit. Screenshots machen, sie Freund_innen zeigen und sich gemeinsam aufregen. Aber nicht zu lange.

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