Deutsche Islamisten halten ihn für ein Weichei.

Er ist eines der Gesichter des deutschen Islamismus, jetzt wird ihm der Prozess gemacht: Der Prediger Sven Lau steht seit Dienstag in Düsseldorf vor Gericht. Die Bundesanwaltschaft hat den 35-Jährigen wegen Unterstützung einer in Syrien aktiven islamistischen Terrorgruppe angeklagt ("Frankfurter Allgemeine Zeitung").

Laut Düsseldorfer Oberlandesgericht droht ihm sogar eine Verurteilung als Terrorist: Ein bislang unbekanntes Bild zeigt den Salafisten mit Sturmgewehr. Lau war im vergangenem Dezember festgenommen worden (bento).

Wer ist Sven Lau?

Sven Lau ist einer der bekanntesten Salafisten in Deutschland, Verfassungsschützer und Kriminalbeamte beobachten den Extremisten seit Jahren. Gemeinsam mit dem Salafisten Pierre Vogel tritt Lau häufig in YouTube-Videos und als Prediger auf Demonstrationen auf. In der deutschen Salafisten-Szene gelten beide als Stars, arabische Extremisten belächeln sie hingegen.

Der Öffentlichkeit wurde Lau vor allem als Initiator der sogenannten "Scharia-Polizei" bekannt. Die Gruppe von elf jungen Männern hatte vergangenes Jahr in Wuppertal patrouilliert und Passanten angesprochen. Dabei trugen die Männer orangefarbene Warnwesten mit der Aufschrift "Sharia Police". Als Scharia wird die islamische Rechtsschöpfung bezeichnet.

Was wird ihm vorgeworfen?

Der Bundesstaatsanwalt verdächtigt Sven Lau, die Terrororganisation Dschaisch al-Muhadschirin wal-Ansar (Jamwa) in Syrien unterstützt zu haben. Jamwa soll vor allem von tschetschenischen Kämpfern besetzt sein, hat aber Verbindung sowohl zum Terrornetzwerk Al-Qaida als auch zum "Islamischen Staat". Der Gruppe wird Anschläge auf Zivilisten vorgeworfen. (GlobalSecurity.org)

Nach Auffassung der Bundesstaatsanwaltschaft soll Sven Lau die Anlaufstelle von Jamwa in Deutschland gewesen sein. Er habe demnach zwei Dschihadisten rekrutiert und nach Syrien geschleust. Zudem soll er der Terrorgruppe 250 Euro und drei Nachtsichtgeräte verschafft haben. Personen und Güter habe er verdeckt über seine Hilfsorganisation "Helfen in Not" nach Syrien gebracht. ("Frankfurter Allgemeine Zeitung")

Einer der mutmaßlich von Lau vermittelten Dschihadisten, Ismail I., ist nach seiner Rückkehr aus Syrien zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt wurden. Er gilt nun als Hauptzeuge gegen Lau. Dieser bestreitet die Vorwürfe. Sein Anwalt nennt Ismail I. einen "notorischen Lügner".

In der Fotostrecke – Die bekanntesten deutschen Islamisten:
Ex-Profiboxer aus dem Rheinland, heute salafistischer Prediger mit populärem YouTube-Channel. Der 38-Jährige erklärt dort eine konservativ bis mittelalterliche Interpretation des Islam, distanziert sich aber von Gewalt.
Früher bei der Feuerwehr in Mönchengladbach, heute die ruhige Stimme der deutschen Salafi-Szene. Der Verfassungsschutz attestiert dem 35-Jährigen eine Radikalisierung, der Bundesstaatsanwalt sieht ihn als Terroristen.
Früher als Rapper "Deso Dogg" in den Charts, heute als Propagandamann für den IS in Syrien. Der 40-Jährige soll schon mehrfach umgekommen sein, taucht dann aber immer wieder in neuen IS-Videos auf.
Initiator der umstrittenen Aktion "Lies!", bei der Korane in Fußgängerzonen verteilt werden, soll mehrfach Juden und Christen beschimpft haben. Verurteilt wegen Betrug: Nagie hatte zu Unrecht 54 000 Euro Sozialleistungen kassiert.
Anführer einer fundamentalen Bewegung aus der Türkei. Wurde früher der "Kalif von Köln" genannt und zur Haft verurteilt, nachdem er den Mord eines anderen Geistlichen in Auftrag gab. Mittlerweile an die Türkei ausgeliefert.
1/12
Wie reagiert die deutsche Islamistenszene?

Lau galt innerhalb der Szene lange Zeit als zu weich und in seinen Positionen nicht radikal genug. Jetzt solidarisieren sich viele mit ihm. In Facebook-Gruppen und Chat-Diensten wird der Gerichtstermin aus "Schauprozess" bezeichnet, Muslime werden aufgerufen, für "Bruder Abu Adam" (Laus gewählter islamischer Name) zu beten und vor dem Verhandlungssaal zu demonstrieren.

Dem einstigen Weggefährten Pierre Vogel werfen viele in der Szene Scheinheiligkeit vor: Er warnte in Videos davor, Demonstrationen würden einen falschen Eindruck erwecken – und befindet sich selbst derzeit außer Reichweite der Behörden in Katar.

1/12

Lass uns Freunde werden!


Fühlen

Diese alleinerziehende Mutter hat die perfekte Idee für den Väter-Tag
Es geht um Donuts!

Yevette Vasquez hat sich einen Bart angeklebt – und ihren Sohn Elijah damit glücklich gemacht. Es ging um Donuts. Und dann doch um so viel mehr.

Die alleinerziehende Mutter lebt in Texas. Ihr Sohn geht dort zur Schule, jeden Morgen fährt sie ihn dorthin. Vor einigen Tagen wunderte sie sich: Es parkten auf einmal so viele Autos vor der Schule. Elijah erklärte es ihr: Es war "Donuts with Dad"-Tag. Donuts mit den Vätern essen, Mütter streng verboten.

Auf Facebook schreibt sie: