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Jetzt erst? Dabei war George W. Bush schon Cheerleader!

Am Sonntag findet in Atlanta das Finale der US-amerikanischen Footballliga NFL statt, der sogenannte Super Bowl. Zum 53. Mal wird das Riesenevent ausgetragen,  in diesem Jahr gibt es aber ein Novum:  Eines der Teams wird am Spielfeldrand nicht nur von Frauen, sondern auch von zwei männlichen Cheerleadern angefeuert.

Quinton Peron und Napoleon Jinnies tanzen im Cheerleading-Team der Los Angeles Rams, die gegen die New England Patriots um die Meisterschaft spielen. Seit März 2018 sind die beiden im Team der Rams, zu Saisonanfang im September wurden sie die ersten männlichen Cheerleader in der Geschichte der NFL. (bento)

Es gab zwar schon früher Männer, die in Performances von Cheerleading-Teams eingebunden wurden, etwa als Akrobaten oder Hilfestellung bei Hebefiguren. Jinnies und Peron sind aber die ersten beiden, die gleichberechtigt mit den Frauen tanzen. Damit sind sie aber nicht mehr allein: Ihr Erfolg inspirierte Jesse Hernandez, der mittlerweile Teil des Dance-Teams der New Orleans Saints ist. Ausgerechnet das Team, das das Halbfinale gegen die Rams nur knapp verloren hat. (CNN

Jinnies und Peron sind Profi-Tänzer und hatten unabhängig voneinander beschlossen, zum Vortanzen der Rams Cheerleaders zu gehen. Jinnies kam die Idee, als er bei einem Basketballspiel der Los Angeles Lakers die Cheerleaderinnen performen sah: (Los Angeles Times)

Ich schaute runter auf die Laker Girls und dachte mir: Warum kann ich das nicht machen?
Napoleon Jinnies

Wie leider zu erwarten: Nicht alle Football-Fans sind auch Fans der männlichen Cheerleader. "Es gibt viele negative Kommentare. Leute sagen, dass die beiden Röcke und Crop Tops tragen sollten", sagt Jinnies Mutter Kathryn. Auch in sozialen Medien schreiben Nutzer teilweise sexistische und homophobe Kommentare und regen sich sich zum Beispiel darüber auf, dass Jinnies Lipgloss trägt. 

DIe beiden erhalten aber auch viel Zuspruch, zum Beispiel von Schauspielerin Grace Parra:

Männliche Cheerleader sind 2019 noch neu – dabei war Cheerleading in seinen Anfängen eine reine Männersache. 1898 wurde es an einer US-Universität erfunden, damals ging es aber eher um anfeuernde Schlachtrufe als um Tanzen. Frauen durften nicht mitmachen, dafür waren aber gleich vier spätere US-Präsidenten in ihrer Studienzeit Cheerleader:  Dwight D. Eisenhower, Franklin D. Roosevelt, Ronald Reagan und George W. Bush


Fühlen

Meine Freundin benutzt mich als emotionalen Mülleimer – wie gehe ich mit ihr um?
Freunde sind dazu da, um gebraucht zu werden, oder?

Seit Lisa im Café angekommen ist, meckert sie. In der Geschichtsklausur habe sie nur eine 2,0, obwohl sie so viel gelernt habe. Ihre Mutter nerve sie mit täglichen Anrufen. Ihr Hund sei in letzter Zeit einfach träge, so könne sie nicht mit ihm joggen gehen. 

Dass der Hund alt und ihre Mutter einsam ist, verdrängt sie. Genauso wie die Tatsache, dass sie nur zwei Wochen intensiv für die Klausur gelernt hat. Ich halte ihr diese Fakten vor, aber Lisa winkt ab. Das Tier sei vor zwei Wochen noch schneller gewesen, ihre Mama solle sich zusammenreißen und zwei Wochen lernen reichten ja wohl aus. Es ist egal, mit welchen Argumenten man Lisa begegnet, sie hat immer eine Rechtfertigung parat. 

Lisa will keine Ratschläge. Lisa will, dass ich zuhöre und absorbiere. 

Ich bin Lisas emotionaler Mülleimer, was mich sorgt oder beschäftigt, interessiert sie nicht. 

Während sie so vor sich hin palavert, frage ich mich, was ich hier eigentlich gerade mache.

Lisas Namen habe ich erfunden, ihren Charakter und ihre Sorgen nicht. Lisa steht stellvertretend für einige meiner Ex-Freundinnen. Ex, weil ich irgendwann mit ihnen Schluss gemacht, die Freundschaft beendet habe. Und zwar als ich merkte, dass sie ihre negative Energie auf mich übertrugen. Und unsere Freundschaft nur noch daraus bestand. 

Nach den Treffen war ich oft bedrückt. Lange erkannte ich den Zusammenhang zwischen manchen Freunden und meiner eigenen negativen Stimmung nicht. 

Gute Freunde finden 85,4 Prozent der Deutschen laut einer Umfrage besonders wichtig und erstrebenswert (Statista). Die Basis solcher Freundschaften sind Vertrauen und Ehrlichkeit – das sind auch die Eigenschaften, die für die Deutschen in einer Freundschaft Priorität haben (YouGov). 

Die Gründe dafür, warum man sich mit bestimmten Menschen anfreundet, sind vielfältig. Die Erwartungen an eine Freundschaft hingegen weniger: Man wird verstanden, mit all seinen Macken akzeptiert und spendet sich in schweren Zeiten Trost. 

Dazu bin auch ich gerne bereit, da liegt nicht das Problem. Die Misere beginnt woanders: Wenn ich merke, dass ich nur noch der Mülleimer bin. 

Wenn es der Freundin oder dem Freund nicht mehr um den Austausch mit mir geht, sondern nur noch darum, regelmäßig alles Negative bei mir abzuladen. 

Viele Menschen geraten an ihre eigenen Grenzen, wenn ein Freund dauernd nur schlechte Nachrichten und Laune mitbringt. 

"Eine schlechte Phase hat jeder mal, allerdings kann nicht von einem Freund erwartet werden, dass er die gesamte Last auf sich nimmt", sagt Wolfgang Krüger. Er ist Psychologe und Buchautor und auf zwischenmenschliche Beziehungen spezialisiert. Natürlich könne man Sorgen mit Freunden teilen, allerdings sei damit zu rechnen, dass sich Freunde zurückziehen, wenn man nur noch klagt. Krüger sagt: