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Vier Ex-Cheerleader gegen die National Football League (NFL). Das klingt erst mal seltsam – doch die Frauen treten für ihre gesamte Berufssparte ein. Sie wollen ein Urteil erstreiten, das dem Cheerleading endlich die Vergütung zugesteht, die es verdient.

Ein bisschen mit den Puscheln wedeln, breit grinsen und motivierende Sprüche rufen?

Wer sich Cheerleading so vorstellt, der unterschätzt es sehr. In den USA ist Cheerleading schon seit den Sechzigerjahren ein Profisport. Doch im Vergleich zu anderen Sportlern werden die Tänzerinnen offenbar dramatisch unterbezahlt. Das zumindest sagen vier ehemalige Cheerleader, die sich jetzt in einer Sammelklage die NFL vorknöpfen.

Die NFL und ihre Mitglieder haben sich zusammengetan, um Wettbewerb zu verhindern und die Frauen unterzubezahlen.
Drexel Bradshaw, Anwalt der Hauptklägerin
Worum es in der Klage geht:
  • Die 26 NFL-Teams sollen den Cheerleadern nur rund 100 US-Dollar pro Spiel gezahlt haben (ABC News). Erstaunlich, wenn man sich vorstellt, dass Footballspiele alle paar Minuten für eine taktische Neuausrichtung unterbrochen werden und die Tänzerinnen als Pausenfüller oft fast genau so viel auf dem Feld sind, wie die Spieler.
  • In einigen Fällen seien die Sportlerinnen zudem nicht mal für ihre Trainingszeit und öffentliche Auftritte kompensiert worden.
  • Außerdem sei es den Frauen nicht erlaubt, untereinander über ihren Lohn zu sprechen.

Caitlin Yates, eine ehemalige Cheerleader der Oakland Raiders, erzählte ABC: "Mir wurden immer etwa 125 Dollar pro Spiel gezahlt und wir haben das Geld gesammelt am Ende der Saison bekommen. Bei zehn Heimspielen kommt man auf 1250 Dollar, minus Abzüge."

Letztere sind beispielsweise Strafen für verpasste Trainingseinheiten. "Manchmal wurden mir 40 Dollar Strafe in Rechnung gestellt, wenn ich mehrere Trainings verpasst hatte. Das wird einfach von deinem Lohn abgezogen", sagte Caitlin zu ABC.

Das bittere Ergebnis: eine Bezahlung unterhalb des Mindestlohns. Und das obwohl die NFL mit Merchandise wie den sexy Cheerleader-Kalendern Millionen verdient (Guardian).

Im Vergleich dazu verdient selbst ein Team-Maskottchen laut Anklage zwischen 25.000 und 60.000 US-Dollar pro Jahr. Ganz zu schweigen natürlich von den Footballspielern, die alleine am Super Bowl Sunday bis zu 100.000 US-Dollar pro Person mit nach Hause nehmen.

Ich möchte nur, dass die Cheerleader ihren Wert kennen und nicht ausgenutzt werden.
Eine der (anonymen) Klägerinnen
Die Ex-Cheerleader klagen nun auf 100 bis 300 Millionen US-Dollar Schadensersatz für ihren Berufsstand.

Die NFL und die betroffenen Teams haben sich bisher nicht zu der Klage geäußert. Allerdings kommt der Prozess zu einem – für die Kläger – günstigen Zeitpunkt: Am Sonntag findet mit dem Super Bowl das größte US-Sportereignis des Jahres statt. Dann treten die New England Patriots gegen die Atlanta Falcons in Houston gegeneinander an. Beide Teams sind namentlich in der Anklageschrift erwähnt.

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