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In Südkorea sind in den vergangenen Wochen dutzende Soldaten verurteilt worden – weil sie schwul sind. Das Militär habe eine regelrechte "Hexenjagd" auf die Soldaten betrieben, berichtet die Menschenrechtsorganisation Amnesty International

Ein verurteilter Soldat berichtete dem Sender CNN anonym, Ermittler hätten ihn gedemütigt und unter Druck gesetzt, Freunde aus der Community zu verraten.

Homosexualität ist in Südkorea nicht verboten – in der Armee hingegen schon.
  • Das Militärrecht ist vom zivilen Recht getrennt, für Soldaten gelten in Südkorea andere Gesetze.
  • Eine Regel: Sex zwischen Kameraden ist verboten, um die Moral der Truppe nicht zu gefährden.
  • Insgesamt 32 Soldaten sollen laut CNN seit Anfang des Jahres verhaftet worden sein. Das Militär bestätigt die Zahl nicht.
  • Laut Amnesty habe das Militär 40-50 Personen auf einer "Gay List" erfasst.

In einer Stellungnahme heißt es lediglich:

"Um die Truppe zu schützen und die besondere Disziplin hochzuhalten, werden sexuelle Beziehungen zwischen Soldaten des gleichen Geschlechts als 'unwürdiges Verhalten' bestraft."

Die Suche nach schwulen Soldaten begann, nachdem im Netz ein Video aufgetaucht war, das zwei Soldaten beim Sex zeigt.

Die Menschenrechtler von Amnesty fordern die südkoreanische Regierung auf, die "Hexenjag" gegen Schwule im Militär einzustellen – und die "mittelalterliche" Regel im Militärgesetz abzuschaffen. Es sei notwendig, die Rechte der LGBT-Community "up to date" zu bringen.

Auch in Tschetschenien werden Schwule verfolgt:


Gerechtigkeit

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Bayern drängt auf die bundesweite Einführung der sogenannten Schleierfahndung. Das bedeutet: Polizisten können jedermann zu jeder Zeit anhalten und kontrollieren – auch ohne konkreten Verdacht. 

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