Und mit ihr 28 weitere Studierende.

Klamotten sind Privatsache – und in was man sich am wohlsten fühlt, sollte jeder selbst entscheiden. Das sah eine Professorin an der Cornell Universität in den USA aber offenbar anders. 

Sie soll ihrer Studentin Letitia Chai vor deren Abschlusspräsentation geraten haben, bei dem Anlass besser keine Shorts zu tragen. Die wehrte sich dagegen: Und zog sich bei der Präsentation bis auf die Unterwäsche aus. 

Wenige Tage zuvor war die Situation zwischen der Studentin und ihrer Professorin bei einem Probedurchlauf der Abschlusspräsentation eskaliert.

Letitia war in Shorts und blauer Bluse gekommen. Ihre Dozentin soll ihre Klamotten folgendermaßen kommentiert haben: 

Ist das wirklich das, was Sie bei der Präsentation anziehen würden?

Der Zeitung "The Cornell Daily Sun" erzählte Letitia, die Dozentin hätte weiter gesagt, dass die Shorts zu kurz seien und dass sie, wenn sie ihre Arbeit am Samstag präsentiere, mit ihrer Kleidung ein Statement mache. 

Letitia sei so fassungslos gewesen, dass sie gar nicht gewusst habe, was sie darauf antworten solle. Die Studentin sagte der Zeitung, die Professorin habe noch hinzugefügt, dass sie mit einem solchen Outfit die Aufmerksamkeit der Männer vom Inhalt ihrer Präsentation ablenke. Das Thema ihrer Präsentation: Integration von Flüchtlingen. 

Letitia sagte der Zeitung dazu: 

Ich bin nicht verantwortlich für die Aufmerksamkeit von irgendwem, weil jeder in der Lage ist, für sich selbst zu denken.

Als sie ihre Abschlusspräsentation wenige Tage später hielt, kam sie in derselben Kleidung wie zur Probe: in Shorts und Bluse.

Wenige Minuten, nachdem sie angefangen hatte, zu sprechen, zog sie sich bis auf die Unterwäsche aus. Sie ermutigte den Rest des Kurses, es ihr gleich zu tun und rief zu einem kollektiven Striptease auf.

28 der 44 Studierenden zogen sich daraufhin ebenfalls bis auf die Unterwäsche aus. 

Letitia hielt ihre gesamte Präsentation daraufhin in schwarzem BH und Slip – und streamte ihn live via Facebook.

Das ganze Video kannst du dir hier ansehen. 

Die Professorin äußerte sich in einem kurzen Statement gegenüber der "Cornell Daily Sun": "Ich sage meinen Studierenden nicht, was sie anzuziehen haben, und ich definiere auch nicht, was angemessene Kleidung ist. Ich bitte sie nur, ihr Verhalten zu reflektieren und ihre eigenen Entscheidungen zu treffen."

Einige Studierende, die ebenfalls bei dem Probedurchlauf mit der Professorin anwesend waren, verfassten einen offenen Brief. Sie schreiben, dass sie ihre Mitstudentin Letitia zwar in ihrem Protest unterstützten, die Professorin sich aber sonst immer sehr für ihre Studierenden einsetze und ein "Geschenk" an die Uni sei. 

Die Äußerungen gegenüber Letitia bezeichneten sie als "fehlerhafte Formulierung", die Professorin hätte sich aber mehrmals dafür entschuldigt. Letitia hatte nach dem Probelauf einen Facebook-Post verfasst und den Vorfall mit der Professorin geschildert. Die Studierenden kritisieren in ihrem Schreiben, dass Letitia die Dozentin in ihrem Post nicht richtig dargestellt habe. Der Post ist mittlerweile gelöscht.

Letitia sagte der "Cornell Daily Sun", sie sei mit dem Vorfall nicht an die Öffentlichkeit gegangen, um der Professorin zu schaden, sondern weil sie deutlich machen wolle, dass sich niemand danach richten solle, was andere von einem erwarteten.


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