Bild: Kunstee / cc by 2.0

Nach dem Rechten sehen, ist in Ordnung – Einziehen aber schwierig: Wenn sich Mütter von Studenten gegen den Willen der anderen Bewohner für längere Zeit im WG-Zimmer einnisten, dürfen die Mitbewohner sie von der Polizei aus der Wohnung werfen lassen. Das hat das Oberlandesgericht Hamm jetzt in einem Fall aus Dortmund entschieden. Süddeutsche

Was ist in der WG passiert?

Die Mutter eines Studenten aus Dortmund sollte sich während seiner Reise im Jahr 2012 um zwei Katzen und ein Meerschweinchen kümmern. Doch Mutti entschied kurzerhand, nicht nur regelmäßig vorbeizuschauen, sondern gleich ganz in die WG einzuziehen. Der 29-jährige Mitbewohner hielt das für keine gute Idee und bat sie, die Wohnung wieder zu verlassen. Weil sie das aber nicht tat, rief der Mann die Polizei.

Auch die Beamten forderten sie zum Ausziehen auf. Schließlich war sie dort auch nicht gemeldet. Doch die 64-Jährige widersetzte sich der Anweisung und rief ihren Mann zur Hilfe. Als er eintraf, kam es zum Tumult. Bei dem Einsatz der Polizisten soll sich die Frau Prellungen und Blutergüsse zugezogen haben, sagte sie später. Dafür forderte sie vom Land Nordrhein-Westfalen ein Schmerzensgeld von 1200 Euro. Ruhrnachrichten

Was entschied das Gericht?

Für die Mutter gab es kein Schmerzensgeld. Weil sich die Frau geweigert habe, die Wohnung zu verlassen, hätten die Polizisten "unmittelbaren Zwang" anwenden dürfen, um das Hausrecht des Mitbewohners durchzusetzen.

Außerdem habe die Frau das Hausrecht des Mitbewohners verletzt, entschied das Gericht. "Eine studentische Wohngemeinschaft sei auf das Zusammenleben regelmäßig jüngerer Erwachsener in einer vergleichbaren Lebenssituation ausgerichtet." Der dauerhafte Aufenthalt von Angehörigen einer anderen Generation in den gemeinsam zu nutzenden Räumen sei einer WG fremd. Außerdem suchten immer noch die WG-Mitglieder ihren neuen Mitbewohner aus.