Obdachlosen gelegentlich Klimpergeld, Essen oder ein Lächeln schenken, das war Sarah McHardy aus Hamburg irgendwann nicht mehr genug. Sie wollte mehr Wärme auf die Straße bringen, und zwar mit ihrem Hobby, dem Stricken.

Gemeinsam mit drei Freundinnen startete sie im Herbst 2017 die Initiative "Wooligans", ein monatliches Treffen, offen für alle, egal welchen Alters, Geschlechts oder Herkunft. Inzwischen stricken und häkeln – kurz sträkeln – etwa 50 Leute einmal im Monat für Obdachlose und das das ganze Jahr über. Im ersten Jahr kamen bereits 2.500 Stricksachen zusammen. Die Mützen, Schals und Socken werden von Hilfsorganisationen an Obdachlose in der ganzen Stadt verteilt. Bald soll es die "Wooligans" auch außerhalb Hamburgs geben. 

Wie die Stricksachen bei obdachlosen Menschen ankommen, siehst du oben im Video. 


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Warum Gero als Cyber-Cop auf Demos geht – und deswegen Ärger mit der Polizei bekam
In Spandex gegen Uploadfilter

Er trägt einen engen Gummianzug, eine schwarze Weste und auffällige, hellblonde Haare. In den Händen: eine Kamera und Flyer. Auf seinem Rücken ein Schild: "Copyright-Riotcop". In diesem Outfit kämpft Gero Nagel, 28, aktuell gegen die geplante EU-Urheberrechtsreform. Auf der Artikel-13-Demo in Berlin am Wochenende war ihm damit die Aufmerksamkeit vieler Menschen sicher.

Etwa 3500 Menschen zogen am Samstag durch die Hauptstadt, um vor den Folgen der geplanten EU-Urheberrechtsreform zu warnen. Vor allem Artikel 13, der Plattformen wie Youtube und Facebook zwingen soll, Urheberrechtsverletzungen schon vor der Veröffentlichung von Bildern, Videos und Texten zu verhindern, empört viele. 

Sie fürchten, dass die neuen Regeln nicht zu mehr Schutz von Kunstwerken im Internet führen, sondern im Gegenteil die Kunst- und Meinungsfreiheit bedrohen

Wie sollen automatische Filter erkennen, ob ein Video billig und illegal kopiert ist – oder beispielsweise eine Parodie?

Auch Gero ist deshalb gegen die Reform. Er ist in verschiedenen Vereinen für Netzpolitik aktiv, früher war er einmal bei den Piraten. Auf der Demo in Berlin versuchte er als Kunstfigur “Copyright-Riotcop” den Protest gegen Uploadfilter und Artikel 13 kreativ sichtbar zu machen. Und bekam es plötzlich mit der echten Polizei zu tun. Die hatte wenig Verständnis für die Kunstfigur und betrachtete Gero wegen seiner Motorrad-Jacke als Gefahr für die Demo.