Bild: Joe Skipper/AP/dpa
Mit Steinen gegen halbautomatische Waffen.

Seit Wochen gehen vor allem junge Menschen in den USA gegen Waffengewalt auf die Straßen. Allein am Samstag waren es 800.000 Demonstranten, die sich in Washington beim "March for our Lives" versammelten. 

Im Februar hatte ein 19-Jähriger an einer Schule in Florida 17 Menschen erschossen, die Überlenden formten anschließend eine riesige Protestbewegung. Ihre Forderung: strengere Waffengesetze.

Doch passiert ist seitdem wenig. Stattdessen setzen die Schulen und Behörden auf diese Maßnahmen.

1

Schusssichere Rucksäcke

Bereits vor dem Amoklauf in Parkland hatte eine Privatschule in Miami schusssichere Einlagen für Rucksäcke im Angebot. 120 Dollar kosten die die Einlagen und die Schüler könnten so laut dem Sicherheitschef der Schule ihre Rucksäcke als Schutzschilde benutzen. (SPIEGEL ONLINE)

2

Kugelsichere Schutzräume im Klassenzimmer

In mindestens drei Schulen gibt es sie schon, viele weitere sollen folgen: Verschiedene Anbieter installieren derzeit schusssichere Schutzräume in den Klassenzimmern. Die Schüler sollen bei Gefahr in die Räume flüchten können und dort sicher sein vor bewaffneten Angreifern. (The Independent)

3

Wiederbelebungskurse 

Als Antwort auf die Proteste gegen Waffengewalt beim "March of our Lives" verlangte der republikanische Politiker und ehemalige Senator Rick Santorum, die Schüler sollten lieber Wiederbelebungskurse belegen oder versuchen, "auf Situationen mit einem Todesschützen richtig zu reagieren". (bento)

4

Eimer mit Steinen 

In einer Schule in Pennsylvania wurde jedes Klassenzimmer mit einem 19-Liter Eimer voller Flusssteine ausgestattet – um sich gegen mögliche Angreifer zur Wehr zu setzen.

"Wenn ein bewaffneter Eindringling versucht, in einen unsere Räume zu gelangen, wird er einem Klassenzimmer voll mit Steinen bewaffneten Schülern gegenüberstehen und er wird gesteinigt werden", sagte der zuständige Schulinspektor David Helsel. (BBC News)

5

Durchsichtige Rucksäcke

In der Marjory Stoneman Douglas High School, der Schule in Parkland, an der ein 19-Jähriger im Februar 17 Menschen erschossen hatte, dürfen die Schüler zukünftig nur noch mit durchsichtigen Rucksäcken zum Unterricht erscheinen. Die Schüler der Highschool, die auch den "March for our Lives" anführten, sind davon jedoch wenig begeistert. (bento)


Schüler, die sich mit Rucksäcken und Steinen gegen bewaffnete Angreifer schützen? Das klingt absurd. Das Problem der USA mit Waffengewalt ist so groß, dass es mit Sicherheit nicht mit Flusssteinen oder durchsichtigen Rucksäcken gelöst werden kann.

Die Schüler von Parkland haben das erkannt.

Sie fordern strengere Waffengesetze, sodass zumindest nicht weiter militärische Waffen in die Hände von Attentätern gelangen. Das ist ein logischer Vorschlag, er kann natürlich eigentlich nur ein erster Schritt sein. Und trotzdem werden die Schüler von Verschwörungstheoretikern und Waffennarren verleumdet. Und dann noch von Politikern mit Alibi-Maßnahmen abgespeist.

Auch das erklärt ihre Wut.


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