Bild: Kelly Sikkema / Unsplash

Dass Hausarbeit und Kindererziehung in heterosexuellen Beziehungen gerecht unter Männern und Frauen aufgeteilt werden, ist leider nach wie vor eine Seltenheit. Das sieht man schon an der Verteilung der Elternzeit: Väter nehmen noch immer deutlich weniger als Mütter (Zeit). Da ist es eigentlich eine gute Sache, dass der Preis "Spitzenvater des Jahres" Väter auszeichnet, die das anders machen. Doch die diesjährige Preisverleihung hat zu einer Diskussion im Netz geführt.

Wer wurde Vater des Jahres?

Der Preis ging an Daniel Eich – den Mann der deutschen Astronautin, Dr. Insa Thiele-Eich. Er bekommt den Preis, weil er sich ein Jahr Elternzeit für das dritte der gemeinsamen Kinder nimmt, damit seine Frau ihren Beruf weiterhin ausüben kann. 

Die Auszeichnung wird seit 13 Jahren von der Großbäckerei Mestemacher vergeben und geht mit einem Preisgeld von 5000 Euro einher.

Was ist das Problem?

Obwohl der Gedanke hinter dem Preis sicherlich ein positiver ist, wirkt es schon etwas merkwürdig, dass ein Mann 5000 Euro allein dafür bekommt, dass er sich um seine Kinder kümmert. Für Mütter gibt es einen solchen Hurra-du-warst-in-Elternzeit-Preis bisher nicht.

Genau das regt viele Menschen auf:

Wäre es nicht irgendwie sinnvoller, der Frau einen Preis zu verleihen, die es schafft, Mutter und Astronautin gleichzeitig zu sein?

Nichts gegen Daniel, aber...

Das wäre doch auch eine Idee:

Was sagt die Initiatorin des Preises zur Kritik?

Auf die Frage, ob die die Kritik am Preis verstehe, sagte die Unternehmerin Ulrike Detmers dem Handelsblatt, dass Männer in Elternzeit gingen, sei "ja leider immer noch nicht gelebter Alltag". 

Das stimmt: Nur etwa ein Drittel der Väter in Deutschland nehmen ihr Recht auf Elternzeit in Anspruch, die meisten davon belassen es dann bei dem Mindestmaß von zwei Monaten (Zeit).

Detmers betonte in der Pressemitteilung zum Preis, die Auszeichnung ginge immer an "moderne Männer, die sich als Väter mit großem Engagement für ihre Kinder einsetzen und ihrer Partnerin den Rücken freihalten, damit diese in ihrem Beruf vorankommen kann".

Auch Insa Thiele-Eich, jetzt Frau eines "Spitzenvaters", hat sich zu der Diskussion geäußert.

Sie schrieb auf Twitter, ihre erste Reaktion beim Lesen des Preistitels sei "Irritation" gewesen – "Aber wir haben uns mit den Inhalten des Preises auseinandergesetzt und uns das beide SEHR GUT überlegt. Weil wir die Werte die dieser Preis verkörpert nämlich beide vertreten & VERBREITEN wollen", so die Astronautin.


Grün

Das große Lindner-Profi-Quiz: Hast du das Recht, dich zum Klima zu äußern?

Tausende Schülerinnen und Schüler verlangen in ihren Freitagsprotesten von der Politik, endlich etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen, der ihre Zukunft bedroht. Das gefällt nicht allen, obwohl die Forderung der jungen Menschen auch auf viel Zuspruch stößt.

Jetzt kritisiert FDP-Chef Christian Lindner die jungen Klimaaktivistinnen und -aktivisten. 

Klimaschutz sei "was für Profis", sagte er in einem Interview (bento). Die Protestierenden sollten laut Lindner lieber wieder am Unterricht teilnehmen.

Falls du nun verunsichert bist, ob du dich überhaupt zum Klima äußern darfst – mach unser Quiz und finde es heraus!