Bild: dpa/Kay Nietfeld
Rund 5 Prozent der Sozialdemokraten, die über die GroKo entscheiden, sind erst seit diesem Jahr Mitglied.

Seit Januar sind 24.339 Menschen in die SPD eingetreten, viele davon höchstwahrscheinlich, um über eine mögliche Koalition mit CDU und CSU abzustimmen.

Damit dürften nun 463.723 Sozialdemokraten in einem Mitgliedervotum darüber entscheiden, ob die GroKo zustande kommt. Das teilte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil auf Twitter mit.

Warum ist das wichtig?

  • Die Zahl der Neueintritte war mit Spannung erwartet worden, weil vor allem die Jusos mit ihrem Vorsitzenden Kevin Kühnert um neue Mitglieder geworben hatten.
  • Die Jusos sind mehrheitlich gegen die GroKo und haben versucht, Menschen zum rechtzeitigen Eintritt zu bewegen, damit die Neumitglieder gegen die GroKo stimmen können.
  • Stimmberechtigt ist, wer bis 18 Uhr an diesem Dienstag im Mitgliederverzeichnis der SPD stand.
  • Damit das Votum gültig ist, müssen sich 20 Prozent der Stimmberechtigten beteiligen.

Letztendlich weiß derzeit noch niemand, wie viele der Neumitglieder gegen die GroKo stimmen werden. Allerdings sind beispielsweise in Berlin mehr als die Hälfte der Neumitglieder Jusos (Tagesspiegel). Auch wegen solcher Zahlen twitterte Kevin Kühnert am Abend:

  • Für die Parteivorsitzenden sind die vielen Eintritte also nicht unbedingt eine gute Nachricht.
  • Schon beim SPD-Sonderparteitag war es sehr knapp: Dort stimmten nur 56 Prozent der Delegierten für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der Union. (bento)
  • Würden die SPD-Mitglieder die GroKo nun ablehnen, hätte sich der Parteivorstand um Martin Schulz blamiert.
(Bild: Getty Images/Maja Hitij)

Wie geht es weiter?

  • Das Ergebnis des Mitgliedervotums soll in drei bis vier Wochen vorliegen. Das setzt voraus, dass Union und SPD sich wie geplant sehr bald auf einen Koalitionsvertrag einigen. Zur Stunde verhandeln die Parteien noch in Berlin.
  • Denkbar wäre, dass die Abstimmung am ersten Märzwochenende ausgezählt und dann ein Ergebnis bekannt gegeben wird. (SPIEGEL ONLINE)

Future

Wie realistisch eine 28-Stunden-Woche für alle Arbeitnehmer ist
Bedeutet der IG-Metall-Tarifvertrag die Trendwende für unsere Arbeit?

Die IG Metall und der Arbeitgeberverband Südwestmetall haben für Baden-Württemberg einen neuen Tarifvertrag ausgehandelt. Und manches klingt genau so, wie wir Millennials uns das immer wünschen – mehr Zeit fürs Leben, weniger Zeit in der Arbeit, flexiblere Arbeitszeiten je nach Bedarf.

Das sind die Ergebnisse:

  • Arbeitnehmer erhalten von April 2018 an 4,3 Prozent mehr Gehalt.
  • Eine Einmalzahlung von 100 Euro für die Monate Januar bis März.
  • Das Tarif-Zusatzgeld kann auch zu freien Tagen umgewandelt werden.
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  • Im Gegenzug dürfen Arbeitgeber mehr 40-Stunden-Stellen besetzen. (bento)