Bild: dpa/Oliver Dietze
Ihr Gegner: die Sparkasse.
Werden Frauen benachteiligt, wenn sie in Formularen und Verträgen als "Kunde" bezeichnet werden?

Die 80-jährige Marlies Krämer sagt: Ja. Daher kämpft sie jetzt vor dem Bundesgerichtshof für ihr Recht auf eine weibliche Anrede (BGH).

Krämer ist Sparkassen-Kundin im Saarland. Immer wieder hat sie Briefe von ihrer Bank bekommen, in denen sie als "Kontoinhaber", "Sparer" oder "Kunde" angesprochen wurde. Irgendwann war es ihr zu viel. Sie klagte gegen die Sparkasse.

Bei einer ersten mündlichen Verhandlung vor dem Bundesgerichtshof sagte sie:

Ich sehe das überhaupt nicht mehr ein, dass ich als Frau totgeschwiegen werde.
Marlies Krämer (Berliner Morgenpost)

Der Fall wurde zunächst vor dem Landgericht Saarbrücken verhandelt, dort bekam die Sparkasse Recht: Laut der Bank würden ohnehin komplizierte Texte sonst noch schwieriger. Und der Verwaltungsaufwand wäre höher, weil 800 verschiedene Formulare doppelt angefertigt werden müssten.

Die männliche Form sei außerdem schon "seit 2000 Jahren" im allgemeinen Sprachgebrauch für Männer wie Frauen geläufig, urteilte auch das Landgericht Saarbrückenl. (Berliner Morgenpost)

Aber Marlies Krämer will nicht aufgeben. Nun wird der Fall vor dem BGH erneut aufgerollt.

Noch ist nicht klar, wann die Richter am BGH ihr Urteil fällen. Sicher ist allerdings, dass es wegweisend für alle Geschlechter in Deutschland werden kann:

  • Müssen Unternehmen in ihren Schreiben dann generell darauf achten, Frauen wie Männer anzusprechen? 
  • Was ist mit Kunden, die sich keinem der beiden Geschlechter zugehörig fühlen?

Bei einem positiven BGH-Entscheid hätten auf jeden Fall auch andere die Chance, es wie Marlies Krämer zu tun – und ihr Recht auf Gleichbehandlung einzuklagen.

Marlies Krämer selbst war schon immer Rebellin. 

In den 90ern hat sie so lange auf einen eigenen Reisepass verzichtet, bis sie als "Inhaberin" unterschreiben konnte. Vorher stand dort nur "Inhaber". 

Später hat sie sich auch mit einer Unterschriftensammlung für weibliche Namen für Hochdruckgebiete eingesetzt. Wetterdienste hatten immer nur Tiefdruckgebieten, die Regen und Kälte bringen, Frauennamen gegeben – die sonnigen Hochdruckgebiete wurden nach Männern benannt. (SPIEGEL ONLINE)

Krämer hatte Erfolg: Mittlerweile gibt es auch ein Hoch Käthe oder Leni. Und umgekehrt ein Tief Ole oder Basti.


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