Bild: dpa/Francisco Seco
Und hat schon einen neuen.

Was ist passiert?

Spanien hat einen neuen Ministerpräsidenten: Pedro Sánchez, von der sozialdemokratischen Partei PSOE. Den bisherigen Premier, Mariano Rajoy, hat das Parlament am Freitag in einem Misstrauensvotum gestürzt. 

Warum?

Weil seine Partei, die konservative Partido Popular, über Jahre korrupt war, auch Rajoy war dafür verantwortlich. Die Politiker führten ein System aus schwarzen Kassen, ließen sich von Unternehmern bestechen. 

Der Fall war seit Jahren bekannt, aber ein Richter verurteilte erst in der vergangenen Woche 29 Angeklagte, die der PP nahestehen, zu insgesamt 351 Jahren Haft.

(Bild: dpa/Francisco Seco)

Das war dann auch den spanischen Parlamentariern zu viel. Rajoy stand plötzlich wieder unter Druck. Die Sozialdemokraten setzten ein konstruktives Misstrauensvotum an – und gewannen es. 180 der Abgeordneten im spanischen Parlament stimmten gegen Rajoy und für Sánchez. 176 hatten die Sozialdemokraten benötigt.

Hat sich Rajoy einfach so geschlagen gegeben?

Kurz vor dem Misstrauensvotum sah er ein: "Das Misstrauensvotum wird wahrscheinlich angenommen, was bedeutet, dass Pedro Sánchez neuer Ministerpräsident werden wird."

(Bild: dpa/Francisco Seco)

Der Debatte über seine Absetzung am Donnerstag blieb er in weiten Teilen fern. Stattdessen verbrachte er knapp acht Stunden in einem Luxusrestaurant. 

Einem spanischen Medienbericht zufolge wurde Rotwein und Whisky getrunken, auch kurz über Fußball geredet. Am Abend verließ Rajoy das Restaurant, den Beginn der Abstimmung am Freitag verpasste er.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Sozialdemokraten müssen nun versuchen, eine Mehrheit für ihre Vorhaben zu finden. Dazu brauchen sie viele Parteien, denn sie selbst haben nur 84 Sitze im Parlament, eine stabile Regierung sieht anders aus. 

Auch Neuwahlen scheinen derzeit nicht ausgeschlossen. Rajoy könnte versuchen, an der Spitze der PP weiterzumachen – und sich in der Opposition zu erholen.


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