Bild: Spanische Regierung
Grund ist auch eine Massendemo.

Der neue spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat am Mittwoch sein Kabinett präsentiert: Elf von 17 Ministerposten gehen an Frauen. Zählt man Sánchez selbst dazu, gibt es in der neuen Regierung sieben Männer.

  • Auch Finanz- und Wirtschaftsministerium werden von Frauen geführt werden, beide Ministerien gelten als besonders wichtig.
  • Carmen Calvo wird Vize-Ministerpräsidentin und Gleichstellungsbeauftragte. In einem Interview hatte sie jüngst die Gewalt gegen Frauen als Spaniens größtes Problem bezeichnet. (El Español)

Pedro Sánchez' Kabinett gilt als das feministischste in Spanien seit Beginn der Demokratie. 

Das hob auch Sánchez selbst hervor. Die Gleichberechtigung der Frauen sei seiner neuen Regierung enorm wichtig. Seit dem feministischen Generalstreik am 8. März habe sich das Land verändert. "Es gibt ein Davor und ein Danach", sagte Sánchez. Im Kabinett des konservativen Mariano Rajoy hatte es zuletzt nur fünf Frauen gegeben.

Das spanische Online-Magazin Verne fragt sich nun, ob der Ministerrat nun in Ministerinnenrat umbenannt werden sollte, auf Spanisch hieße er dann "Consejo de Ministras". Die Fraktion der Sozialdemokraten im EU-Parlament lobte Sánchez' neue Regierung auf Twitter.

Warum gibt es überhaupt eine neue Regierung?

Sánchez hatte am Freitag seinen konservativen Vorgänger Rajoy mit einem Misstrauensvotum im Parlament zu Fall gebracht. Der Grund: Rajoy und seine Partei waren in einen riesigen Korruptionsskandal verstrickt. 

Nachdem ein Richter 29 Angeklagte zu insgesamt 351 Jahren Haft verurteilt hatte, stand Rajoy unter Druck. Eine Mehrheit der Parlamentarier entschied sich am Ende für den Sozialisten Sánchez und gegen Rajoy.

Wie steht es um den Feminismus in Spanien?

Die Nominierung der Ministerinnen und Minister war seit Tagen Thema im Land, besonders genau wurde auf das Verhältnis der Geschlechter geschaut – weil es als wichtiges Zeichen gilt.

Im März nahmen rund 5 Millionen Spanierinnen an einem feministischen Generalstreik teil. Hunderttausende gingen in vielen Städten auf die Straße. Das Motto des Protests: "Ohne uns steht die Welt still!" (bento)

Auf diese Massenproteste nahm Sánchez nun Bezug.

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Zuletzt sorgte der Missbrauch einer jungen Frau für Massenproteste. Die fünf Täter wurden nur wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt, nicht wegen Vergewaltigung. Die Begründung der Richter: Nach spanischem Strafrecht muss dem Opfer Gewalt angetan werden oder es muss eingeschüchtert werden, sonst ist es keine Vergewaltigung. Die fünf Männer hätten die Frau aber weder geschlagen noch ihr gedroht. (mehr bei bento)

Schon seit Jahren wird in spanischen Medien über die frauenfeindlichen Einstellungen einiger Männer diskutiert. Zahlen zeigen, wie schlimm die Lage ist. Im vergangenen Jahr wurden 51 Frauen von ihrem Partner oder ehemaligen Lebensgefährten ermordet (El Español). 

  • Zum Vergleich: In Deutschland wurden 2016 149 Frauen von ihrem Partner getötet (Tagesschau). 

Wie sieht es in Deutschland aus?

Auch in Deutschland war das Verhältnis der Geschlechter in der Regierung ein großes Thema. Hierzulande gibt es sechs Frauen und neun Männer, inklusive Kanzlerin sind es sieben Frauen (bento).

Dass es nicht gleich viele Frauen und Männer sind, liegt vor allem an der CSU. Die CDU schickte drei Frauen und drei Männer in die Regierung, die SPD auch, die Bayern hingegen vergaben ihre drei Posten an Männer. Zudem sind die wichtigsten Ministerposten in Deutschland von Männern besetzt.


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