Bild: dpa/Carsten Koall
Die 3 wichtigsten Fragen und Antworten

Vernachlässigte Patienten, Pflegekräfte im Dauerstress: So sieht derzeit die Situation in vielen deutschen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen aus. 

Daran will Gesundheitsminister Jens Spahn jetzt etwas ändern. Aber nicht, indem er dafür sorgt, dass der Job attraktiver, etwa die Bezahlung besser wird. Nein, seine Lösung sieht so aus: Er will den Krankenhäusern künftig vorschreiben, wie viel Personal sie einstellen müssen. Das berichtet die Berliner Zeitung. Ihr liegt ein Entwurf für das geplante Pflegepersonal-Stärkungsgesetz vor. 

Wie soll das funktionieren?

Ab 2020 soll für jedes Krankenhaus das Verhältnis zwischen der Zahl der Pflegekräfte und dem anfallenden Pflegeaufwand errechnet und veröffentlicht werden. Der Pflegeaufwand berechnet sich daraus, wie viele Patienten mit welcher Krankheit behandelt werden. 

Was passiert, wenn eine Klinik zu wenig Personal hat?

Dann könne eine "qualitativ hochwertige" Pflege nicht gesichert sein, heißt es der Zeitung zufolge in dem Entwurf. Das wiederum bedeute: Es würde in Kauf genommen, dass die Versorgung der Patienten gefährdet sei. 

Ist das der Fall, soll es Sanktionen für die Krankenhäuser geben: in Form von Honorarkürzungen. Das Gesetz zwingt die Krankenhäuser also dazu, mehr Personal einzustellen, wenn sie diesen Kürzungen entgehen wollen.

Wie geht es jetzt weiter? 

Der Gesetzentwurf soll dem Bericht zufolge am Mittwoch von der Bundesregierung beschlossen werden. Im Laufe des kommenden Jahres soll dann für die Krankenhäuser errechnet werden, ob sie genügend Personal haben.  Bis 2020 will Jens Spahn die Zahlen dann veröffentlichen und sich überlegt haben, was genau "zu wenig" Personal sein soll – wo also die genaue Untergrenze liegt. 

Der Gesundheitsminister ist offenbar zufrieden mit seinem Vorschlag: Der Berliner Zeitung sagte er, er halte die geplanten Strafen für ein "schnell wirksames Instrument".

Was aus dem Bericht allerdings nicht hervorgeht: Woher die Krankenhäuser das zusätzliche Pflegepersonal nehmen sollen, das ihnen im Zweifel fehlt. Wie "schnell wirksam" die Vorgaben letztlich wirklich sind, wird sich zeigen.

Denn in Deutschland herrscht besonders in der Pflege Fachkräftemangel – und bislang fehlte auch Jens Spahn die zündende Idee, wo zusätzliches Personal herkommen soll. 


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Was hilft gegen Schnarchen?
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Es ist ätzend, wenn man nicht schlafen kann. Und wenn der Mensch neben uns dafür verantwortlich ist, wird die Lage ernst. Schnarchen sorgt häufig für Zoff – und wer hat dann nicht schon diverse Tricks probiert: Nase zuhalten, Kopf höher legen, auf der Seite schlafen. 

Was hilft wirklich gegen das nervige Geräusch? Wir haben nachgefragt: bei Hartmut Grüger, Chefarzt an der Klinik für Schlafmedizin Düsseldorf.