Bild: dpa/ Maja Hitij

Durch Slowenien dürfen künftig nur noch Flüchtlinge reisen, die in Deutschland oder Österreich Asyl beantragen wollen. Das kündigte die slowenische Innenministerin Vesna Györkös Žnidar nach einer Sondersitzung der Regierung in Ljubljana an. Eine Obergrenze für Flüchtlinge habe man aber noch nicht beschlossen. Das Nachbarland Kroatien ist bereits über die neue Regelung informiert worden. Schon am Donnerstagabend sollten sie umgesetzt werden. Offen sei, wie Zagreb reagieren werde. (Stern)

Welche Länder haben bereits Einschränkungen festgelegt?
  • Österreich hatte am Mittwoch als erstes EU-Land angekündigt, eine Obergrenze für Flüchtlinge festzulegen. Bis 2019 sollen insgesamt 127.500 Asylbewerber ins Land kommen dürfen, in diesem Jahr maximal 37.500 (50.000 weniger als 2015). Was geschieht, wenn die Grenze überschritten wird, ist unklar. (Tagesschau)
  • Mazedonien reagierte darauf mit einer Einschränkung des Flüchtlingstransits, ebenso Serbien und Kroatien. Die Länder lassen jetzt nur noch Migranten mit dem Ziel Deutschland oder Österreich passieren. (SPIEGEL ONLINE)

Beobachter glauben, dass nun das EU-Land Slowenien schnell überfordert sein könnte, wenn Österreich Menschen zurückschickt. Das Land verfüge über 6.000 Beamte, die noch dazu im Streik seien. (Der Standard)

Was löste das Vorgehen aus?

Die Staaten entlang der sogenannten Balkanroute befürchten, dass die Begrenzungen im Westen und Norden Europas in ihren Ländern einen Rückstau an Migranten auslöst. Die skandinavischen schotten sich zunehmend gegen Asylbewerber ab. Die Länder befürchten deshalb offenbar, dass Flüchtlinge, die in den Norden wollen, von Deutschland oder Österreich auf die Balkanroute zurückgeschoben werden. (SPIEGEL ONLINE)

Einen Überblick, an welchen Grenzen kontrolliert wird, haben wir hier.

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