Bild: Imago / Eibner Europa

Die ehemalige österreichische Grünen-Abgeordnete Sigi Maurer hat am Montag ein Crowdfunding-Projekt gestartet. Ihr Ziel, 100.000 Euro gegen Hass im Internet zu sammeln, hat sie jetzt schon erreicht. (SPIEGEL ONLINE)

Was war geschehen?

Vergangene Woche war Sigi Maurer zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil sie die Daten eines Bierladenbesitzers, der ihr sexistische Nachrichten geschickt haben soll, öffentlich gemacht hat.

Danach hat sie sich mit Caroline Kerschbaumer vom Verein "Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit" und respekt.net zusammengetan, um einen Rechtshilfefonds gegen Hass im Netz einzurichten. Zum einen will sie mit der gesammelten Kohle ihre eigene Geldstrafe von insgesamt 7.000 Euro bezahlen. Der Rest des Geldes soll Klagen in anderen Fällen finanzieren, in denen eine realistissche Chance auf Erfolg besteht.

Wie kam es zu den sexistischen Nachrichten gegen Sigi Maurer?

Im Mai war Sigi Maurer durch die Wiener Straßen gegangen, als sie ein Mann vor einem Craftbeer-Laden blöd anredete, so erzählt sie es. Sie ignorierte ihn, bekam später aber sexistische und beleidigende Facebook-Nachrichten von dem Mann, der der Besitzer des Geschäftes zu sein schien.

Am nächsten Tag twittere Maurer dann Screenshots seiner Nachrichten – mit seinem vollen Namen und der Adresse seines Ladens. Daraufhin verbreitete sich die Geschichte. Der Ladenbesitzer wehrte sich und behauptete, er sei es gar nicht gewesen. Sein Computer stehe im Laden und sei für mehrere Personen zugänglich gewesen. Die Nachrichten müsse also jemand anderes verfasst haben, behauptete er.

Durch die öffentliche Beschuldigung habe er einen großen wirtschaftlichen Schaden erlitten und forderte von Maurer 60.000 Euro Schadensersatz. Der Fall ging vor Gericht – zu Ungunsten Maurers: Sie muss nun insgesamt 7.000 Euro zahlen, doch sowohl sie als auch der Kläger wollen in Berufung gehen. (Kurier)


Gerechtigkeit

Dank Fanta 4 kriegt die Mission Lifeline jetzt ein neues Rettungsschiff
Das Stammschiff sitzt immer noch in Malta fest.

Die Dresdner Seenotrettungsorganisation "Mission Lifeline" hat ihr Spendenziel von 475.000 Euro erreicht – dank einer Spende der Band "Die Fantastischen Vier".

"Die Fantastischen Vier" spendeten einen mit 30.000 Euro dotierten Preis.

Sie erhielten am Wochenende den "Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache", weil sie "Wegbereiter einer neuen deutschen Musikgeschichte" seien. "Zu einer Zeit, in der Sprechgesang mit der englischen Sprache verknüpft war", seien sie die ersten gewesen, "die sich ihrer Muttersprache bedienten", erklärte der Bamberger Sprachwissenschaftler und Sprecher der Jury, Prof. Dr. Helmut Glück (Kulturpreis Deutsche Sprache). 

"Die Fantastischen Vier" kündigten noch am selben Abend an, das Geld an "Mission Lifeline" spenden zu wollen.