Bild: Oliver Berg/dpa
Ingesamt werden sogar fünf Männer verdächtigt.

Was ist passiert?

Der Skandal um Belästigungsvorwürfe im WDR weitet sich aus: Nach einem ehemaligen Auslandskorrespondenten wurde inzwischen ein weiterer "ranghoher Mitarbeiter" freigestellt. Das berichtet die "Bild"-Zeitung, eine Sprecherin des WDR hat der Zeitung den Vorgang bestätigt, wollte aber keine weiteren Angaben zur Identität des Mannes machen.

Welche Vorwürfe haben den Skandal ausgelöst?

Anfang April waren die ersten Vorwürfe sexueller Belästigung gegen einen ehemaligen Auslandskorrespondenten des WDR bekannt geworden: Der Mann soll unter anderem einer Praktikantin Pornos im Hotelzimmer gezeigt haben und einer weiteren Mitarbeiterin "eindeutige Mails" geschrieben haben. Identität und konkrete Vorwürfe gegen den jetzt freigestellten Mitarbeiter sind bisher nicht bekannt. Der Sender hat inzwischen interne Ermittlungen eingeleitet, um den Fall aufzuklären.

Wie geht der WDR mit den Vorwürfen um?

Kritik gab es am Umgang des Senders mit den Vorwürfen: Erst nach Veröffentlichung der Vorwürfe durch den "Stern" und des Recherchezentrums "Correctiv" wurde der Auslandskorrespondent freigestellt, obwohl der Fall intern bekannt war. 70 WDR-Mitarbeiter hatten in einem Brief an den Intendanten Tom Buhrow ihre Sorge über den Umgang des Senders mit den Vorwürfen zum Ausdruck gebracht.

Buhrow kündigte vergangene Woche an, die Vorwürfe der sexuellen Belästigung und die Rolle des WDR dabei aufarbeiten zu wollen. Dafür soll die ehemalige Gewerkschaftschefin und EU-Kommissarin Monika Wulf-Mathies als Ermittlerin eingesetzt werden.

"Die bisherige MeToo-Debatte hat gezeigt, dass es für Frauen leider immer noch sehr schwer ist, sich gegen mehr oder minder subtile Diskriminierung zu wehren und sich in von Männern dominierten Machtstrukturen Gehör zu verschaffen", sagte Wulf-Mathies. 

Gibt es noch mehr Fälle?

Möglicherweise. Neben Wulf-Mathies hat der Sender eine Kanzlei damit beauftragt, weitere Vorwürfe der sexuellen Belästigung zu prüfen – ein Verdacht besteht gegen mindestens fünf Männer, darunter auch ein prominenter TV-Journalist, der mittlerweile im Ruhestand ist, sowie ein Radiomitarbeiter, der schon wegen Stalkings aktenkundig sein soll, aber noch immer beim WDR arbeitet. (SPIEGEL ONLINE)

Mit Material von dpa.


Musik

So feiern 20.000 Menschen das größte illegale Techno-Festival Frankreichs
Der Vogelschutzbund ist kein Fan der Idee.

Dutzende Musikanlagen, meterhohe Absperrungen, glückliche Menschen, die zu den Klängen von Techno-Musik tanzen. Seit letztem Freitag raven bis zu 20.000 Musik-Fans im Französischen Marigny, das liegt rund 100 Kilometer östlich von Paris. Bis Dienstag soll das Festival noch andauern. (L´Union)

Wie funktioniert das Festival?

  • Das Techno-Festival "Teknival" gibt es seit 25 Jahren.
  • Wie in den Jahren zuvor wurde es auch in diesem Jahr nicht bei den Behörden angemeldet und ist damit illegal.
  • Das Festival findet jedes Jahr an einem anderen, geheimen Ort statt. 
  • Wo sich die Leute versammeln, erfahren sie erst kurz vorher.
  • In Marigny fand das Festival 2001, 2003, 2005 und 2018 statt, auf einem als Naturschutzgebiet gekennzeichneten Gebiet in der Nähe von Reims.