Eine Frau zieht ihr Karohemd zur Seite, entblößt ihren halbnackten Oberkörper und schaut mit leicht geöffnetem Mund in die Kamera. Darunter steht: "Wie rammst du ihn rein?"

Bitte was?! 

Ja, diese Werbung gibt es wirklich. Sie ist für eine Luftdruckramme, mit der man Zaunpfähle in die Erde treibt. Glaubt ihr nicht? Hier ist sie:

Apropos Zaunpfahl, hier ist der dazugehörige Wink: Geht's noch? 

Das ist nicht nur hochgradig sexistisch, sondern auch noch eine Anspielung auf sexualisierte Gewalt. Wer zur Hölle fand das eine gute Idee? Offenbar das Unternehmen Fast Fencing Systems. Wer es hingegen gar keine gute Idee fand, sind die User der Plattform Werbemelder.in

Die Seite ist ein Projekt des Vereins Pinkstinks, der sich seit 2012 gegen Sexismus in der Werbung einsetzt. Mit dem Werbemelder können Menschen Beispiele einsenden, die entweder als sexistisch empfunden werden oder die besonders krass einem Gender-Stereotyp entsprechen.

Das sind einige der Einsendungen:
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Aber warum nur jammern? Anstatt immer anzuprangern, will der Verein nun zum ersten mal einen Positivpreis verleihen. Der "Pinke Pudel" soll an Unternehmen gehen, die gute Werbung machen, ohne in billigen Sexismus zu verfallen. Als eine Art Belohnung, oder wie der Verein schreibt: "Um jene zu prämieren und zu ermutigen, die Frauen nicht nur als Dekoration und Männer als gefühlsarme Macher darstellen."

Negativpreise gibt es immerhin genug: "Der zornige Kaktus" der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes oder "Der goldene Zaunpfahl" für Gender-Marketing prangern besonders üble Fälle seit Jahren an. Positive Beispiele werden allerdings selten hervorgehoben. Die Filmfestspiele in Cannes vergeben seit 2015 den "Glass Lion" für Werbefilme, die mit Stereotypen zu Geschlechterrollen brechen.

Hier sind einige der Gewinner des "Glass Lion":
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Um nun auch deutsche Werbemacher zu belohnen, könnt ihr bis zum 1. Februar 2018 eure Favoriten von Werbung ohne Sexismus einsenden. Hier geht's zur Webseite des Pudels.


Musik

Kraftklub verkleiden sich als Straßenband – und keiner erkennt sie

Sie trällern "Schrei nach Liebe" von den Ärzten, trommeln ein wenig auf einem Eimer rum und zupfen an den Gitarrenseiten. Nach großer Kunst klingt das nicht. Dabei singen da gerade Kraftklub.

Die Band hat ihre Fans getrollt und ist verkleidet als namenlose Straßenband aufgetreten – kurz vor ihrem eigenen Konzert in der Berliner Max-Schmeling-Halle. Und die Fans? Die blieben zwar teilweise stehen und hörten zu, nur erkannt haben sie ihre Idole nicht.

Und so witzig sieht das aus: