Eine der wichtigsten Regeln im Werbegeschäft lautet: Sex sells. Mit viel nackter Haut oder erotischer Andeutung wird angeblich jedes Produkt besser – oder zumindest besser wahrgenommen.

Das Resultat: In vielen Innenstädten kleben meterhohe Plakate von halbnackten Frauen. Die dann Werbung für Jeans, Bausparverträge und Urlaubsreisen machen. Oder für Kaffee.

In Großbritannien soll es solche Werbung künftig nicht mehr geben.

Denn die britische Werbeaufsicht will Werbung, die mit stereotypen Geschlechterrollen arbeitet, grundsätzlich verbieten (The Guardian). 

Die Begründung: Die Verbreitung "altmodischer und stereotyper Sichtweisen auf Geschlechterrollen in unserer Gesellschaft" wirke sich negativ auf Kinder aus. Sie würden durch die Werbung Stereotype verinnerlichen, heißt es in einem Bericht der ASA, der Advertising Standards Authority.

  • Die Aufsicht prangert Plakate an, die "Bodyshaming" betreiben – also Menschen zum Beispiel dazu auffordert, an ihrem "Beachbody" zu arbeiten.
  • Auch Anzeigen, die gephotoshopt sind oder besonders dünne Models zeigen, sollen verboten werden. Darunter ist ein Bild, das Cara Delevingne nackt zeigt:
  • Kritisiert wird ebenfalls Werbung, die Männer und Frauen stereotyp darstellen – also zum Beispiel "Einstein"-Shirts für Jungs und rosa Kätzchen-Shirts für Mädchen.
  • Oder ein Werbespot für Babymilch, in dem die Jungs zu Wissenschaftlern heranwachsen – und die Mädchen zu Ballerinas.
Der ASA-Bericht muss nun vom Werbekomitee geprüft werden – dann werden neue Gesetze eingeführt.

Dass das so passiert, ist ziemlich sicher. Die Empfehlungen der ASA werden oft umgesetzt – Großbritannien geht sehr streng mit Werbung um. Das Komitee wird die neuen Regeln wahrscheinlich bis 2018 einführen (Financial Times).

Auch in Deutschland wurde ein Verbot sexistischer Werbung im vergangenen Jahr diskutiert (Die Zeit). Aber aus den Plänen ist bislang nichts geworden.


Today

Jobangebot: Wir suchen eine/n Redakteur (m/w) mit Schwerpunkt Video
Hi!

Wir suchen zur Verstärkung unserer Redaktion in Hamburg eine/n Redakteur (m/w) mit Schwerpunkt Video.