Bild: Armin Weigel/dpa
Das Geld bringt der Ehemann?!

Viele müssen in diesen Tagen wieder eine Qual über sich ergehen lassen: die Einreichung der Steuererklärung beim örtlichen Finanzamt. Doch nicht nur der Papierkram kann ganz schön nerven – auch das anschließende Warten. Ein Hamburger Paar wunderte sich, warum die Bearbeitung so lange dauerte. Der Grund: Nicht er, sondern sie hatte die Steuererklärung eingereicht.

Was war da beim Finanzamt los?

Auf seinem Blog schreibt Fabian Scherschel, dass seine Frau im vergangenen Jahr das erste Mal die gemeinsame Steuererklärung für beide eingereicht hatte, "weil sie viel besser mit Geld umgehen kann als ich. Ich bin eher so der kreative Part in der Beziehung, sie macht den ganzen komplizierten Kram".

Wie viele andere reichte Scherschels Frau die Erklärung online ein. Aber es passierte nichts. Fast ein Jahr lang. Also fragte sie beim Finanzamt nach, ob es ein Problem gebe. Es gab eines: Sie hatte sich als Frau an erster Stelle vor ihrem Ehemann auf dem Bogen eingetragen. Deshalb sei das System abgestürzt und alle Informationen hätten von Hand eingegeben werden müssen. Scherschel sagte zu bento, das Finanzamt habe ihm mitgeteilt, dass es ein Problem mit dem Vordruck gebe, da grundsätzlich Ehegatten als "Person A" und Ehefrauen als "Person B" eingetragen würden müssten. Ansonsten würde es zu IT-Problemen kommen.

Wie kann das sein?

bento hat bei der zuständigen Finanzbehörde Hamburg Nord in Sachen Steuererklärung nachgefragt. 

Auf Anfrage erklärte Pressesprecher Claas Ricker: "In den amtlichen Vordrucken zur Einkommensteuer und in der Software ist der Ehemann als 'erste steuerpflichtige Person' einzutragen." Demnach sehen die Vordrucke des Finanzamt es noch vor, dass die "Angaben zum Ehegatten zuerst abgefragt werden."

Was soll das denn? Werden Frauen beim Finanzamt etwa diskriminiert?

Gegen diesen Verdacht wehrt sich das Amt. "Die im Vordruck vorgegebene Reihenfolge der Eintragungsmöglichkeiten ist weder als wertende Rangfolge noch als Diskriminierung anzusehen", so Ricker. 

Warum ist es dann trotzdem ein Problem, wenn eine Frau als erstes eingetragen wird?

Das liegt laut Ricker zum einen an der erst später vollzogenen steuerlichen Gleichstellung von Frauen, zum anderen an der veralteten IT-Ausstattung der Ämter. Denn das Problem werde immer öfter angesprochen. Ricker bestätigt, Forderungen nach "geschlechterneutralen Steuererklärungsvordrucken" würden immer öfter erhoben, also Vordrucken, bei denen die Reihenfolge der Abfragen nicht vom Geschlecht abhängig gemacht wird.

Warum dauert das dann so lange?

Ricker betont, dass dies kein alleiniges Problem der Finanzbehörde Hamburg, sondern der Vordruck bundesweit gleich sei. "Eine entsprechende gendergerechte Umgestaltung der Vordrucke selbst wäre theoretisch umsetzbar", gibt er zu. Änderungen von Steuererklärungsvordrucken und IT-Verfahren könnten jedoch nur einheitlich im Zusammenwirken von Bund und Ländern vorgenommen werden, erklärt er die Verzögerung. 

In der Hamburger Steuerverwaltung, wie auch auf Bundesebene, habe die Berücksichtigung von Gendergesichtspunkten einen hohen Stellenwert, betont Ricker. 

Um den Worten Taten folgen zu lassen, wäre es sinnvoll, das IT-Programm umzustellen, findet Scherschel. "Wenn man sowas hört, fragt man sich schon, ob das Software-Backend beim Finanzamt in den Sechziger-Jahren programmiert wurde. Wir leben im 21. Jahrhundert – da wird doch wohl eine Frau die Steuererklärung für den Haushalt machen können und sich dann als erste Person eintragen dürfen."

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Irre gut: Menschen verraten, welche Klischeesätze sie in ihrem Job immer wieder bringen

Schon im Studium hören Kinder von ihren Eltern diesen einen Satz immer wieder: "Und was willst du später damit anfangen?" Außer vielleicht Maschinenbauer. 

Hört das später auf? Nein. Es wird noch schlimmer. 

Auch im Job gibt es immer wieder Menschen, die sich unter bestimmten Berufen nichts vorstellen können – oder gleich alles besser wissen. Trifft man sie auf einer Party, an der Bar oder im Urlaub, erklären sie dir deinen Job und haben auch sonst ziemlich absurde Sprüche auf Lager. Und du hast längst deine entsprechenden Standardantworten parat.

Auf Twitter sammeln Menschen gerade solche Standardantworten, mit denen sie anderen ihren Job erklären. Und das ist ziemlich witzig.

Angefangen hat wahrscheinlich alles mit einem Tweet von Elisabeth, einer Mutter aus den USA. Als sei sie eine Berühmtheit, twitterte sie "Hallo, sie kennen mich vielleicht von meinen größten Hits wie..." – dann folgten Sätze, die sie als Mutter immer wieder sagt.