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Worum es bei dem Angriff auf Sergei Skripal und seine Tochter geht.

Großbritannien hat 23 russische Diplomaten des Landes verwiesen. Das gab die britische Premierministerin Theresa May am Mittwoch bekannt. 

Der Rauswurf ist eine Reaktion auf den Fall Skripal: Sergei Skripal war ein ehemaliger Doppelagent, er und seine Tochter wurden vor einigen Tagen mit einem Nervengift angegriffen. Russland sollte sich gegenüber Großbritannien zu dem Fall erklären – die britische Regierung vermutet den russischen Geheimdienst hinter der Tat. 

Russland streitet das ab, als Reaktion müssen nun die Diplomaten gehen. 

Das ist bisher über den Fall bekannt:

1. Was ist mit Sergei Skripal und seiner Tochter passiert?

Der Ex-Spion Sergei Skripal (66) und seine Tochter Yulia (33) waren am Wochenende zusammen in einem Restaurant essen. Einige Stunden nach ihrem Besuch brachen beide auf einer Parkbank zusammen – und wurden dann am Sonntag bewusstlos aufgefunden. Die Spurensicherung hat nun Giftrückstände im Restaurant und einem Pub gesichert, in dem die beiden waren. 

2. Welchem Gift fielen die beiden zum Opfer?

Wie die Ermittlungen ergaben, wurden die beiden mit einem Nervengift angegriffen. Laut SPIEGEL ONLINE handelt es sich dabei um Nowitschok – eine spezielle Substanz, die so nur in Militärbeständen zu finden ist und in den 1970er und 80er Jahren in der Sowjetunion entwickelt wurde. Deshalb gehen die Behörden davon aus, dass der Auftrag zur Vergiftung aus Russland kommt.

  • Die eine Theorie ist, dass Moskau selbst hinter dem Anschlag steht und ihn direkt in Auftrag gegeben hat. 
  • Die zweite Theorie ist, dass Russland die Verfügung über das Gift verloren hat und sich andere Täter den Stoff zu Eigen gemacht haben. 

3. Warum war Skripal in Großbritannien?

Der russische Ex-Spion war einst Oberst des russischen Militärdienst. Aufgrund von Spionagevorwürfen für den britischen Spionagedienst MI6 wurde er angeklagt und zu 13 Jahren Arbeitshaft verurteilt. 

2010 kam er dann bei einem Gefangenenaustausch nach Großbritannien und lebt seit seiner Begnadigung und Wiedervereinigung mit seiner Frau im südenglischen Salisbury.

4. Welche Konsequenzen könnten Russland erwarten?

Neben der Ausweisung der 23 russische Diplomaten könnten weitere Konsequenzen folgen:

  • Die Vertreter der europäischen Fussballverbände könnten dazu aufgerufen werden, im Sommer nicht an der Fussball-WM in Russland teilzunehmen und diese so zu boykottieren.
  • Schon bestehende Sanktionen gegen Russland könnten ausgebaut werden.

5. Wie reagiert Russland?

Die Regierung streitet die Vorwürfe ab. Der russische Außenminister sprach nach den Anschuldigungen durch Großbritannien von einer "Zirkusnummer" und auch Leonid Sluzki, Vorsitzender des Duma-Komitees für internationale Angelegenheiten, nannte die Vermutungen ein "absolutes Hirngespinst".


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