Bild: dpa/Rainer Jensen
Was ist passiert?

Mit einer PR-Aktion haben Aktivisten der Hilfsorganisation Sea-Watch auf die vielen Toten Flüchtlinge im Mittelmeer hingewiesen. Gleichzeitig kritisierten sie die EU-Mission gegen Schlepper vor der libyschen Küste.

Die Aktivisten fuhren mit einem Schlauchboot auf der Spree durch das Regierungsviertel. Das Boot ist nur für 30 Insassen ausgelegt, am Ende drängten sich 120 Menschen auf das Boot. Genau so wagen viele Vertriebene die Überfahrt nach Europa.

Nach eigenen Angaben hat die Sea-Watch-Crew vielfach derart überfüllte Flüchtlingsboote im Mittelmeer aufgegriffen. Auch einige Bundestagsabgeordnete wie die Grünen-Chefin Simone Peter gingen mit an Bord.

"Wir möchten mit der Aktion zeigen, was es bedeutet, in solch einem Schlauchboot die gefährliche Überfahrt zu riskieren, weil es für die meisten Flüchtenden keine legalen Wege nach Deutschland gibt. Und was tausende Menschen jede Woche an Bord dieser Boote durchstehen müssen." – Aus der Mitteilung der Seawatch-Crew
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Gerold Reichenbach kritisierte die Aktion.
Was ist Sea-Watch?

Das Projekt Sea-Watch ist eine private Initiative von Ehrenamtlichen. Mit der MS Sea-Watch stechen sie in See, um im Mittelmeer Flüchtlinge vor dem Ertrinken zu retten. Nach eigenen Angaben konnte die Crew so bereits 2.000 Menschen das Leben retten.

Warum ist das wichtig?

Die EU verschärft zurzeit ihren Kampf gegen Schlepper. Seit einigen Tagen machen Marineschiffe Jagd auf Menschenschmuggler vor der libyschen Küste. Fahrende Schiffe von Schlepperbanden sollen gestoppt und durchsucht werden.

Ob die Jagd auf Schlepper aber wirklich Sinn ergibt, ist umstritten. Bei der Mission steht eben nicht die Rettung der Schiffbrüchigen im Vordergrund. Das kritisiert auch die Sea-Watch-Crew um Initiator Harald Höppner.

Oftmals seien die Schleuser gar nicht an Bord der Boote, die Mission damit weitestgehend sinnlos. Die Bundeswehr könnte mit ihren Ressourcen dort alle retten, sagte Höppner jüngst dem ZDF.