Bild: Jens Büttner/dpa / Symbolbild
Drei Fragen, drei Antworten

Jahrelang lief der Prozess gegen das Berner Inselspital. Nun hat die Klägerin Recht bekommen: Das Gericht entschied, dass die Narkoseärztin Natalie Urwyler aus Rache gekündigt wurde und wieder eingestellt werden muss. Das Urteil könnte ein Meilenstein für die Gleichberechtigung in der Schweiz werden. (Zeit Online)

Was war passiert?

  • Urwyler wurde 2014 gekündigt. Die Klink begründete dies mit einem "nachhaltig gestörten Vertrauensverhältnis." 
  • Urwyler sah hierin ein Verstoß gegen das schweizerische "Gleichstellungsgesetz." Dagegen klagte sie. 
  • Ihrer Ansicht nach kam die Entlassung, weil sie sich im Betrieb für Gleichberechtigung von Frauen einsetzte. So forderte sie bei ihrem Chef mehrmals besseren Mutterschutz und mehr Karrieremöglichkeiten für Frauen, wie die "Berner Zeitung" berichtet.

Das Gericht urteilte, dass es sich um eine so genannte "Rachekündigung" handelte, weil sich Urwyler gegen Diskriminierung wehrte. 

Warum ist das Gerichtsurteil zur "Rachekündigung" so wichtig?

Der Fall Urwyler ist der erste seiner Art in der Schweiz. Zum ersten Mal gewann eine Frau mit Bezug auf das Gleichstellungsgesetz gegen einen Konzern vor Gericht. "Es geht hier eigentlich nicht um mich, ich bin kein Einzelfall", sagte Urwyler im Anschluss an das Urteil. 

Grundsätzlich sei eine Rachekündigung sehr schwer nachzuweisen, dies konnte hier bewiesen werden. Deshalb sei der Fall so wichtig, kommentierte die Genfer Arbeitsreichtprofessorin Karine Lempen. In den vergangenen Jahren hätten 190 Frauen gegen eine mutmaßliche Rachekündigungen geklagt. Nur zwei Urteile seien für die Klägerinnen entschieden worden, so Lempen.

Wie geht es jetzt weiter?

Auf dem Papier hat Urwyler zunächst ihr Recht auf Wiedereinstellung am Inselspital erwirkt. Hinzu kommt eine rückwirkende Zahlung des Gehalts der vergangenen Jahre. Zwar sei das Krankenhaus nun verpflichtet, Urwyler wieder einzustellen, allerdings könne man sich eine weitere Zusammenarbeit nicht vorstellen, betonte das Spital in einer Erklärung. 

Urwyler stelle unübliche Forderungen an ihre Wiederbeschäftigung, hieß es. Dies wies ihr Anwalt zurück. Urwyler werde nach der Wiedereinstellung direkt wieder von ihren Pflichten entbunden, so die Klinikleitung.


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