Bild: David Ramos/Getty Images

Sie ist Polizistin und dient dem Staat. Trotzdem steht Lena Matthijs nicht hinter allem, was von ihr im Job verlangt wird. Bei Facebook schrieb sie jetzt einen Beitrag, in dem sie die Asylpolitik im Land deutlich kritisierte.

Seit Dienstag wurde der Beitrag mehr als 8.000 Mal geteilt und rief mehr als 16.000 Reaktionen hervor. 

Der Anlass: Kurz vor dem Posting musste sie einer Jugendlichen aus Äthiopien sagen, dass sie abgeschoben wird – obwohl sie bereits vier Jahre in Schweden gelebt hatte. (The Local/ Talk Radio)

Das ist Matthijs Botschaft: 
"Ich fühle mich beschämt. Weil ich zu einem staatlichen System gehöre, das entschieden hat, ein 17-jähriges Mädchen nach Äthiopien abzuschieben, nachdem es vier Jahre in Schweden gelebt hat. Weil ihr Heimatland als nicht ausreichend gefährlich oder miserabel beurteilt wurde."

Der Original-Post auf schwedisch:

Vid ett etiskt vägskäl Jag känner stor skam. Skam för att tillhöra det statliga etablissemanget som beslutat att utvisa...

Posted by Lena Matthijs on Dienstag, 11. Juli 2017


Weiter schreibt sie,
dass das Mädchen ein Jahr der Oberschule absolviert hatte und fließend schwedisch spricht. Sie habe Matthijs gefragt, was mit ihren Noten, mit ihrem Studium passieren würde. Sie haben niemanden in Äthopien.

"Der Sommerjob, den sie hier in Schweden macht, wird ihre einzige Geldquelle sein."

Matthijs sei zunächst nicht sicher gewesen, ob sie ihre Gedanken wirklich öffentlich machen sollte. Aber nachdem sie die weinende junge Frau gesehen habe, fühlte sie sich danach. 

"Wir deportieren Kinder, die sich in die schwedische Gesellschaft integriert haben. Gleichzeitig nehmen wir Menschen auf, die in Syrien gekämpft haben, und nur den Plan haben, unsere Sicherheit zu gefährden.

Wir scheitern daran, Kriminelle in ihre Heimatländer zurückzuschicken. Sie dürfen bleiben, weil sie dort gefährdet seien. Das Leben der Jugendlichen ist auch in Gefahr. Niemand kann ihre Sicherheit garantieren, nachdem sie in Addis Abeba, Mogadischu oder Kabul landen."

Matthijs' Idee: Asylanträge von Kindern müssten beschleunigt werden. Wenn nach zwei Jahren keine Entscheidung getroffen wird, sollte das Kind doch einfach eine ständige Aufenthaltserlaubnis bekommen. 

"Das Mädchen ist sehr gut integriert. Sie hat bei einer schwedischen Familie gewohnt, liest schwedische Bücher, hat schwedische Freunde und ganz viele Träume. Sie will studieren, zu jedem Preis. Die zuständigen Behörden haben aber entschieden, dass es keinen Grund für Asyl gibt. Dabei hat sie keine Verwandten in ihrem Heimatland, die sie aufnehmen könnten", sagte Matthijs zu The Local.

Für ihren Kommentar gab es vorwiegend positive Resonanz, erzählt sie. Die riesige Unterstützung habe sie nicht erwartet.

Wie sieht das Asylrecht in Schweden aus?

Es ist wohl eines der strengsten in Europa. Im Jahr 2015 kamen 163.000 Flüchtlinge ins Land. Die Regierung führte Grenzkontrollen ein und verschärfte das Asylrecht. Wer keine Papiere dabei hatte, hatte es generell schwer, aufgenommen zu werden. 

Seit dem Sommer 2016 gibt es nur noch befristete Aufenthaltsgenehmigungen, die Familienzusammenführung wurde massiv erschwert. (Tagesschau)

Viele Schweden protestierten, schließlich ist die gegenseitige Fürsorge ein hohes Gut in Schweden.


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