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"Nein heißt nein" ist zwar wichtig und richtig, doch in Schweden geht man nun noch einen Schritt weiter: Dort müssen nun alle Partner dem Geschlechtsverkehr explizit zustimmen. Sonst kann man später wegen Vergewaltigung rechtlich belangt werden.

Ein entsprechendes Gesetz wurde bereits im Dezember beschlossen, ab heute tritt es in Kraft. 

Was galt bisher?

In den meisten Gesetzgebungen ist bisher das Opfer einer Vergewaltigung in der Bringschuld: Es muss bewiesen werden, dass der Sex nicht einvernehmlich war. Dass es sich gewehrt oder mit Worten den körperlichen Kontakt abgelehnt habe. 

Was ist nun anders?

Das neue Gesetz in Schweden möchte dies umkehren. Denn nur weil sich ein Opfer nicht wehrt – aus Angst oder weil es sich nicht wehren kann – bedeutet es nicht, dass die Person dem Sex zustimmt. Das erkennt das Gesetz an und setzt statt einem expliziten "nein" auf ein konkretes "ja" zum Sex. 

Heißt: Nur wenn alle wirklich Bock haben, ist es einvernehmlich – eigentlich logisch.

Wie soll man das denn beweisen?

Natürlich wäre es vor Gericht schwer zu beweisen, ob und wie jemand dem Geschlechtsverkehr zugestimmt hat. Das Gesetz hat aber eine Signalwirkung: Es soll die Art und Weise verändern, wie über sexuelle Übergriffe gesprochen wird und Opfern mehr Unterstützung bieten.

Ein Beispiel: Täter konnten bisher vor Gericht behaupten, sie hätten nicht gewusst, dass das Gegenüber sehr betrunken oder zu jung war – unter dem neuen Gesetz geht dies nicht mehr, da derjenige all das hätte überprüfen müssen.


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