Bild: imago/Science Photo Library
Das Projekt in drei Zitaten

An allen Schulen und Universitäten in Schottland werden künftig kostenlos Tampons und Binden verteilt (BBC). Erst vergangene Woche war verkündet worden, dass im Bezirk North Ayrshire Council in mehr als 100 öffentlichen Gebäuden Automaten mit Tampons und Binden bereitgestellt werden – umsonst. (bento)

Jetzt ziehen die Bildungseinrichtungen des Landes nach. 

In einem Land, das so reich ist wie Schottland, ist es inakzeptabel, dass Menschen sich abmühen müssen, um ganz grundlegende Hygieneprodukte zu kaufen.
Aileen Campbell, schottische Ministerin

Das sagt die schottische Politikerin Aileen Campbell. Sie begrüßt, dass lokale Behörden, Schulen und Universitäten diesen wichtigen Schritt unterstützt und gemacht haben. Denn laut einer Studie kann sich eines von zehn Mädchen in Großbritannien keine Hygieneprodukte wie Tampons oder Binden leisten.

Unsere Investition von 5,2 Millionen Pfund wird dazu führen, dass Tampons und Binden denjenigen, die sie brauchen, in einer sehr sensiblen und würdevollen Art zur Verfügung gestellt werden.
Aileen Campbell, schottische Ministerin

Campbell hofft, dass den Studentinnen damit eine grundlegende Sorge genommen wird und sie sich voll und ganz aufs Lernen konzentrieren können.

Doch für Schottland gibt es noch größere Pläne: Monica Lennon, Politikerin der schottischen Labour Party und Mitglied des Parlaments will, dass Hygieneprodukte wie Binden und Tampons im ganzen Land frei zugänglich sind. 

Der Zugang zu Hygieneprodukten sollte ein Grundrecht sein, unabhängig vom Einkommen.
Monica Lennon, Mitglied des schottischen Parlaments

Den Vorstoß in den Bildungseinrichtungen sieht sie als wichtigen Schritt.

In Schottland ist "period poverty", also "Perioden-Armut", schon lange ein Thema. 

In der Stadt Aberdeen werden schon länger Tampons und Binden an Frauen verteilt, die sich diese Produkte nicht leisten können. Die Stadt bekommt dabei finanzielle Unterstützung von der schottischen Regierung (bento).

Die Schotten setzen die Regierung in Großbritannien unter Druck, Frauen mit niedrigem Einkommen grundsätzlich kostenlose Hygieneprodukte anzubieten (The Guardian). Erst vor wenigen Wochen hatte die schottische Abgeordnete Danielle Rowley im Parlament in einer Rede offengelegt, wie viel Geld sie eigentlich wegen ihrer Periode ausgibt: 25 britische Pfund in einer Woche.

(Bild: imago)

Perioden-Armut ist aber nicht nur in Großbritannien ein Problem. Auch in Deutschland wird immer wieder kritisiert, dass Tampons und Binden einen besonders hohen Steuersatz haben. Eigentlich gilt für Gegenstände des täglichen Bedarfs ein ermäßigter Steuersatz von sieben Prozent, etwa für Hundekekse oder Schnittblumen. Hygieneprodukte hingegen gelten als Luxusartikel – und werden mit 19 Prozent besteuert. (bento)


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