Bild: dpa/Federico Gambarini
Die Aktion in drei Zitaten

Die Periode ist schmerzhaft und unangenehm. Man ist meist einfach froh, wenn sie vorbei ist. Noch schlimmer wird sie allerdings durch die Preise für Tampons und Binden. Die sind häufig so hoch, dass sich einige Frauen gar keine Hygieneprodukte leisten können – und manche stattdessen sogar auf alte Zeitungen und Klamotten zurückgreifen, wie eine Umfrage in Schottland zeigte (The Guardian). 

Daran will der schottische Bezirk North Ayrshire Council etwas ändern. Deshalb gibt es dort jetzt in mehr als 100 öffentlichen Gebäuden Automaten mit Tampons und Binden – umsonst. (BBC)

Warum macht der Bezirk das?

Ganz einfach, erklärt die Bezirksrätin Joe Cullinane:

Hygieneprodukte sind eine Notwendigkeit, keine Wahl.

North Ayrshire Council war nach eigenen Angaben auch der erste Bezirk, der kostenfrei in weiterführenden Schulen Hygieneprodukte bereitstellte. Denn laut einer Studie kann sich eines von zehn Mädchen in Großbritannien keine Hygieneprodukte wie Tampons oder Binden leisten. 

Ich wünsche mir, dass keine Frau und kein Mädchen hier in North Ayrshire sich in der beschämenden und entwürdigenden Situation befinden muss, ungeeignete Produkte zu benutzen, weil sie es sich nicht leisten kann.
Bezirksvorsitzende Joe Cullinane

Gibt es mehr solcher Aktionen?

In Schottland ist "period poverty", also Perioden-Armut", schon lange ein Thema. North Ayrshire Council ist nicht der einzige Bezirk, der sie bekämpfen will: In der Stadt Aberdeen werden Tampons und Binden an Frauen verteilt, die sich diese Produkte nicht leisten können. Die Stadt bekommt dabei finanzielle Unterstützung von der schottischen Regierung (bento).

Die Schotten setzen außerdem die Regierung in Großbritannien unter Druck, Frauen mit niedrigem Einkommen grundsätzlich kostenlose Hygieneprodukte anzubieten (The Guardian). Erst vor wenigen Wochen hatte die schottische Abgeordnete Danielle Rowley im Parlament in einer Rede offengelegt, wie viel Geld sie eigentlich wegen ihrer Periode ausgibt: 25 Britische Pfund in einer Woche. Sie kritisierte:

Was tut der Minister, um auf Periodenarmut aufmerksam zu machen?
Danielle Rowley

Perioden-Armut ist aber nicht nur in Großbritannien ein Problem. Auch in Deutschland wird immer wieder kritisiert, dass Tampons und Binden einen besonders hohen Steuersatz haben. Eigentlich gilt für Gegenstände des täglichen Bedarfs ein ermäßigter Steuersatz von sieben Prozent, etwa für Hundekekse oder Schnittblumen. Hygieneprodukte hingegen gelten als Luxusartikel – und werden mit 19 Prozent besteuert. (bento)

Deshalb fordern diese beiden Hamburgerinnen weniger Steuern auf Tampons und Binden:


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