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Drei Fragen und Antworten zum Tod des Journalisten

Saudi-Arabien hat nun offiziell zugegeben, dass der regimekritische Journalist Jamal Khashoggi am 2. Oktober im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet wurde. Die arabische Nachrichtenagentur spa spricht von einem "tödlichen Streit" zwischen Khashoggi und mehreren Menschen innerhalb des Konsulats. 

Die Rede ist von "einem Faustkampf, der zu seinem Tod führte". 18 Menschen seien bereits verhaftet worden, unter anderem der Chef des Geheimdienstes und der Propaganda-Chef Saudi-Arabiens. Beide sind enge Vertraute des Kronprinzen Mohammed bin Salman. (SPIEGEL ONLINE)

Was ist zuvor passiert?

18 Tage lang hatte das Regime in Riad behauptet, keine Kenntnis über das Verschwinden von Jamal Khashoggi zu haben. Der Journalist habe das Konsulat des Königreichs in Istanbul am 2. Oktober lebend verlassen, hieß es bis zuletzt.  

Gleichzeitig wurde unter Berufung auf türkische Geheimdienstquellen und Fotos berichtet, dass Khashoggi in der diplomatischen Einrichtung gefoltert, von einem 15-köpfigen Spezialkommando getötet und zerstückelt worden sei. Die türkische Polizei ermittelte und durchsuchte das Konsulat und den Wohnsitz des zu dem Zeitpunkt bereits aus dem Land geflohenen Konsuls. Die Leiche des Journalisten, der unter anderem für die "Washington Post" schrieb, wurde bisher nicht gefunden. (Mehr dazu bei bento)

Khashoggi hatte im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul Papiere für seine Hochzeit mit einer Türkin abholen wollen.

(Bild: Jacquelyn Martin / AP / dpa)

Wie sind die Reaktionen?

Die abrupte Kursänderung des Königshauses wirft viele Fragen auf: Internationale Medien sowie Politikerinnen und Politiker wollen die neue Erklärung nicht glauben. Die "New York Times" spricht nur von einer Ablenkung und einem Bauernopfer, um den Prinzen Mohammed bin Salman nicht in die direkte Verbindung mit dem Tod zu bringen. (New York Times)

Der grüne Bundestagsabgeordnete Omid Nouripur schreibt: 

US-Senator Lindsey Graham, ein Parteifreund Trumps, schrieb auf seinem Twitter-Kanal: 

"Zu sagen, ich sei skeptisch, was die Erklärung der Saudis angeht, ist eine Untertreibung."

Nur US-Präsident Donald Trump selbst scheint sich mit der Erklärung seines Verbündeten zufrieden zu geben: "Sie haben eine große Anzahl an Menschen festgenommen, das ist ein guter erster Schritt." (SPIEGEL ONLINE) Das Weiße Haus äußerte sich in einer ersten Stellungnahme nicht zu möglichen Konsequenzen für Saudi-Arabien.

Was sollte man zur Lage in Saudi-Arabien wissen?

  • Saudi-Arabien geht hart gegen Kritiker des Regimes vor. Unter Kronprinz Mohammed bin Salman wurden zahlreiche Aktivisten, Kleriker, Geschäftsleute oder Frauenrechtler eingesperrt. 
  • Auch im Ausland verschwanden nach Medienberichten mindestens drei kritische Angehörige der Königsfamilie. Es gibt Hinweise darauf, dass sie ins Königreich verschleppt wurden.
  • Die Aggressivität zeigt sich auch in der Außenpolitik: Der Thronfolger gilt unter anderem als Initiator der Blockade des Nachbaremirats Katar von 2017, der Festsetzung des libanesischen Ministerpräsidenten Saad Hariri vergangenes Jahr und der Eskalation im Jemen-Krieg mit Zehntausenden Toten.

Queer

Die Ärztezeitung fragt, ob Trans* eine Mode ist. Und die Leute fragen, ob die Ärztezeitung bekloppt ist
Und was stimmt jetzt? – Wir haben Menschen gefragt, die es wissen müssen.

Wer im falschen Körper geboren wird, hat es nicht leicht: von der eigenen Identitätsfindung über eventuelle körperliche Anpassungen bis hin zum Kampf um gesellschaftliche Akzeptanz

Da ist es besonders verletzend, wenn diejenigen, die auf diesem Weg eigentlich helfen sollen, glauben, man habe sich seine Probleme nur eingeredet. Ein aktueller Artikel unter der Überschrift "Ist es jetzt Mode, transgender zu sein?" hat aus diesem Grund sehr viel Kritik bekommen. Das Problem: Er stammt von der Ärztezeitung.

Darin wird zunächst berichtet, dass immer mehr Jugendliche und Kinder Beratungsangebote zum Thema Transgender wahrnehmen. Der im Artikel zitierte Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Alexander Korte sieht die Begründung dafür darin, dass:

  • das Thema Trans* in den Medien immer präsenter wird und dadurch an Normalität gewinnt,
  • sich dadurch immer mehr junge Menschen selbst als trans* diagnostizieren würden,
  • Trans* für junge Leute eine "neuartige Identifikationsschablone" sei, die Jugendlichen den "Status des Besonderen" verleihe,
  • Begriffe wie genderfluid und pangender Teenagern die "Illusion der Multioptionalität" gäben.

In den sozialen Medien entstand, nachdem der Artikel erschienen war, sofort eine Diskussion. 

Hier sind Auszüge der Debatte auf Twitter und Facebook.