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"Tragen Sie Handschuhe, verdammt – das ist kein Date"

Comedian und Schauspielerin Sarah Kate Silverman hat auf Instagram über einen unangenehmen Besuch bei ihrem Frauenarzt berichtet. Das Erlebnis der 48-Jährigen und die über 8000 Kommentare unter ihrem Post zeigen, wie wichtig es ist, auf seinen Bauch zu hören und sich zu wehren.

"Ich hatte ein wirklich beschissenes Erlebnis", beginnt Sarah Silverman ihren Post.

Zunächst einmal: Eine Untersuchung beim Frauenarzt ist nicht sonderlich angenehm. Frauenärzte und -ärztinnen untersuchen die intimisten Stellen des Körpers, da ist es nicht einfach, sich als Patientin wohl zu fühlen. Aber sie ist wichtig, um zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs oder Brustkrebs frühzeitig zu erkennen.

Zur Früherkennung von Brustkrebs, die häufigste Krebserkankung bei Frauen, ist die Mammographie eine sichere Methode. Und genau dieser unterzog sich Silverman bei ihrem Frauenarzt. 

Auf Instagram schreibt sie darüber und warum sie ihren Arzt nicht mag.

„Er öffnete mein Kleid und drückte Gel auf meine Brüste und schmierte es mit seinen bloßen Händen herum.“
Sarah Kate Silverman

Dabei habe er mit ihr über die Röntgenaufnahmen ihrer Brust gesprochen. Silverman habe sich nicht wohl gefühlt, dieses Gespräch mit ihm zu führen, während sie mit ihren nackten Brüsten vor ihm stand und habe ihm das auch gesagt. 

„Während er mit dem Ultraschallgerät über meine Brüste fuhr, berührte er sie mit seinen Fingern. Er trug keine Handschuhe und es störte mich.“
Sarah Kate Silverman

Silverman fragte ihren Arzt, ob er sie wirklich mit seinen Fingern berühren müsse. Genau die gleiche Frage habe sie ihm im Jahr davor auch schon gestellt. Er habe genantwortet, dass er es nicht müsse, es nur aus Gründen des Gleichgewichts tue. 

Die Schauspielerin schreibt, sie glaube wirklich nicht, dass es ihn anmache, aber es sei sein Job, sich bewusst zu sein, dass Frauen bei einer solchen Untersuchung verletzlich seien. Es sei widerwärtig, dass er so arrogant sei und die Sache nicht verinnerlicht habe, obwohl sie ihn schon im vergangenen Jahr darauf aufmerksam gemacht habe.

Unter dem Instagrampost finden sich über 8000 Kommentare: 

Frauen schreiben, wie sehr sie die Erfahrung von Silverman aufrege. Sie danken der Schauspielerin dafür, dass sie ihr Erlebnis geteilt hat und loben sie für ihren Mut

Viele Frauen erzählen von ähnlichen Erlebnissen und Frauenärztinnen kommentieren, dass das Verhalten des Arztes komplett unangebracht sei.

Silverman will sich einen neuen Arzt suchen. Sie teilt ihr Erlebnis, weil sie weiß, wie lange es dauern kann, bis man sich traut, sich für sich selbst einzusetzen. 

Sie möchte Frauen ermutigen, sich zu wehren. 

„Vertraue dem Ding in deinem Bauch, das dir sagt, dass dieser Scheiß nicht richtig ist.“
Sarah Kate Silverman

Das es auch anders geht, zeigt Sascha Kürti. Der 29-Jährige ist Frauenarzt an der Uni-Klinik in Hamburg Eppendorf. 

Was fasziniert ihn an dem Beruf als Frauenarzt? Wie verträgt sich die Arbeit am weiblichen Körper eigentlich mit seiner Ehe

Das erzählt Sascha in "Und was machst du so?", dem neuen Job-Podcast von bento:



Queer

Transsexuell und bei der Bundeswehr – hier erzählt Arthur von seinem Coming-Out in Uniform
"Für mich als Transmann hat die Bundeswehr auch Vorteile."

Die Bundeswehr hat derzeit etwa 173.000 Soldatinnen und Soldaten. Wie viele davon schwul, lesbisch, bisexuell, trans* oder queer sind, weiß niemand sicher. Aus gutem Grund: Niemand muss dem Arbeitgeber erklären, wie er oder sie liebt und lebt. Und gerade in der Bundeswehr ist das Thema sensibel: Jahrzehntelang wurden schwule und transsexuelle Soldaten als vermeintliches "Sicherheitsrisiko" in der Armee gemobbt.

Doch inzwischen bemüht sich auch die Bundeswehr um Vielfalt: Das Verteidigungsministerium wird von einer Frau geführt, Kasernen im ganzen Land haben Gleichstellungbeauftragte bekommen und auf Karriere-Messen wirbt die Bundeswehr mit ihrer Diversity-Strategie um neues Personal. 

Im aktuellen Wehrbericht heißt es nach seitenlangen Berichten über kaputte Schiffe und löchrige Wäsche, ausgerechnet beim Thema Vielfalt sei die Bundeswehr inzwischen "außerordentlich fortschrittlich"

Doch wie bunt ist die tarngrüne Welt der Bundeswehr wirklich? Und wie erleben queere Menschen den Alltag in der Truppe?

Einer derjenigen, die das aus eigener Erfahrung beantworten können, ist Arthur. Der 26-Jährige Soldat studiert an der Bundeswehr-Universität in München, um Offizier bei der Luftwaffe zu werden. Arthur ist Transmann. Das heißt: Arthur lebt heute als Mann, wurde nach seiner Geburt aber als Mädchen großgezogen. Obwohl es rein statistisch hunderte Soldatinnen und Soldaten wie ihn geben müsste, kennt Arthur bis heute nur nur wenige transsexuelle Kameradinnen und Kameraden in seinem Alter.

Wir haben mit Arthur über seine Erfahrungen bei der Bundeswehr gesprochen und ihn gefragt, wie Gehorsam und Vielfalt für ihn eigentlich zusammenpassen.

Arthur, du lebst seit drei Jahren offen transsexuell. War es für dich schwer, deine Identität als Transmann bekannt zu machen?

Das war nicht leicht. Ich war nach der Grundausbildung gerade in meiner Stammeinheit angekommen.