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"Ich dachte mir, dass es irgendwann hier geschehen könnte."

Am Freitag drang ein 17-jähriger Schüler in die Santa Fe High School in Texas ein. Er war mit einer Schrotflinte und einem Revolver bewaffnet – und tötete in kürzester Zeit neun Schüler und einen Erwachsenen. (SPIEGEL ONLINE)

Die Gewalttat ist damit Teil einer inzwischen viel zu langen Liste der Schulmassaker in den USA ein. Und sie zeigt erneut: Schülerinnen und Schüler leben dort gefährlich. Aktuell sogar gefährlicher als Soldatinnen und Soldaten.

Nach der Tat in Texas hat die Zahl der bei Schulmassakern Getöteten in diesem Jahr die der getöteten Armee-Mitglieder überholt.

  • Laut Verteidigungsministerium sind seit dem 1. Januar insgesamt 29 Mitglieder der US-Streitkräfte ums Leben gekommen.
  • Im gleichen Zeitraum wurden 31 Schülerinnen und Schüler bei Gewalttaten umgebracht.

Das ist kein Normalzustand, sondern eine traurige Seltenheit. 2017 starben zum Vergleich sechs Mal mehr Soldatinnen und Soldaten im Einsatz als Kinder und Jugendliche in Schulen. Und auch in den Jahren davor gab es nur wenige Tote durch Massaker – insgesamt 36 zwischen den Jahren 2000 bis 2017. (Washington Post)

Im Schnitt gibt es einmal wöchentlich eine Schießerei an US-Schulen – die Jugendlichen wachsen mit der traurigen Gewissheit auf, dass das Normalität ist.

Genau das sagte auch eine Überlebende im Interview nach der Schießerei in Santa Fe. Auf die Frage, ob sie den Angriff als unwirklich wahrgenommen habe, sagte sie:

"Nein - das passiert überall, ich dachte mir also, dass es irgendwann auch hier geschehen kann."

Längst fordern immer mehr Schülerinnen und Schüler strengere Waffengesetze – vor allem die Überlebenden des Parkland-Massakers in Florida machen sich dafür stark.

Im März haben sie Millionen Menschen auf die Straßen in mehreren US-Städten gebracht und mit dem "March for our Lives" ein neues Waffenrecht gefordert.

US-Präsident Donald Trump geht bislang jedoch nicht auf die Forderungen der jungen Menschen ein. Er ist eng mit der mächtigen Waffenlobby NRA vernetzt. Die Lobby wiederum versucht, die Jugendlichen zu diskreditieren – um Waffenverkäufe nicht zu gefährden.

Kurz nach der Schießerei twittere Trump lediglich, was da passiere "sehe nicht gut aus". Dann schickte er Segenswünsche:

Emma Gonzales, eine der Aktivistinnen der Parkland-Schülerinnen, schrieb hingegen auf Twitter:

"Santa Fe High, du verdienst das nicht. Du verdienst dein Leben lang Frieden, und nicht nur einen Grabstein, auf dem das steht. Du verdienst mehr als 'Gedanken und Gebete' – und nachdem du uns sichtbar unterstützt hast, werden wir auch dich unterstützen und unsere Stimmen erheben."

Streaming

Netflix startet eine neue Serie mit einer lesbischen US-Präsidentin
Sie wird gespielt von Jennifer Aniston.

Der Streamingdienst Netflix arbeitet an einer neuen Serie – und im Mittelpunkt steht eine lesbische US-Präsidentin. (The Hollywood Reporter)

Jennifer Aniston wird die Hauptrolle spielen, Tig Notaro aus "One Mississippi" ihre Partnerin. 

Die Serie heißt "First Ladies" und ist als politische Komödie angelegt.