Im Leipziger Stadtteil Connewitz steht eine Wand mit einem großen Graffiti. "No Cops No Nazis Antifa Area" ist dort in großen Buchstaben geschrieben. Vor allem der Teil "No Cops" wird regelmäßig überpinselt – und dann von Unbekannten wieder heimlich neu aufgesprüht. 

Das "No Cops"-Graffiti ist ein permanentes Machtspiel zwischen Behörden und Sprayern. 

Nun ist es auch der Auslöser für einen Twitter-Streit – zwischen der sächsischen Polizei und Aktivisten.

Der Journalist Danny Hollek hat festgestellt, dass das Graffiti mittlerweile rund um die Uhr bewacht wird – um ein neues Besprühen zu verhindern:

Ein Twitter-Nutzer namens "ron t" regt daraufhin an, auch Flüchtlingsheime in Sachsen so umfangreich zu bewachen. Seit 2015 war es zu dutzenden Brandanschlägen auf Asylunterkünfte gekommen (bento).

Auf die Arbeitsempfehlung hat die sächsische Polizei eine unmittelbare Antwort:

Das Wort "Polizeirassismus" fällt meist, wenn Beobachter dem Beamten vorwerfen, auf dem rechten Auge blind zu sein. Viele rechtsextreme Straftaten werden in Deutschland nicht eindeutig als ausländerfeindlich eingestuft, die Taten der rechten Terrorgruppe NSU wurden lange Jahre fälschlicherweise als türkische Mafia-Morde angesehen.

Auch auf Twitter wird nachgefragt, ob die sächsische Polizei tatsächlich Rassismus gegen sich selbst beklagt:

Ja, antwortet die Behörde. Und macht aus einem – zugegebenermaßen dummen Graffiti – eine "No-Go-Area":

Für die Haltung bekommt die Polizei weiter Gegenwind. Was sie zum Teil auch einsieht.

Wirklich glücklich waren viele mit dem Tweet trotzdem nicht:

Was in der Debatte um das Wort "Polizeirassismus" unterging: Dass in Sachsen tatsächlich viele rechtsextreme Gruppierungen gut und gerne agieren können. Und dass es immer wieder zu Übergriffen auf Ausländer oder Flüchtlingshelfer kommt.

Auch Sachsens stellvertretender Ministerpräsident Martin Dulig (SPD) hatte die Polizei in seinem Bundesland bereits in die Nähe der islamfeindlichen Pegida-Bewegung gerückt. Dulig fragte sich, "ob die Sympathien für Pegida und die AfD innerhalb der sächsischen Polizei größer sind als im Bevölkerungsdurchschnitt". (SPIEGEL ONLINE)

Die CDU wollte mit dem Connewitzer Graffiti übrigens neulich ein bisschen Wahlkampf versuchen:


Today

Trump twittert ein Gif, in dem er Clinton mit einem Golfschläger attackiert

Er holt mit dem Golfschläger aus, feuert einem Ball davon. Schnitt. Hillary Clinton wird von dem Golfball umgehauen. Die Szene ist nicht echt, sondern nur ein gephotoshoptes Gif. 

Doch US-Präsident Donald Trump hat dieses Gif auf Twitter – seinem wichtigsten Verkündungskanal - entdeckt und geteilt. Zuerst war das Gif dort auf einem rechten und antisemitischen Twitter-Account aufgetaucht.