Der sächsische AfD-Politiker Andreas Albrecht Harlaß soll auf seiner Facebook-Seite indirekt einen Messerangriff auf Angela Merkel angedroht haben. Das teilt der Historiker und Menschenrechtler Christian Frey auf Twitter mit.

Frey zeigt einen Screenshot, der von Harlaß' privater Facebook-Seite stammen soll. Auf dem Screenshot ist zu sehen, wie der AfD-Politiker einen offensichtlichen Fake-Artikel mit der Überschrift "Merkel immer dreißter: Bundesregierung plant Wahlrecht für Migranten ohne deutschen Pass" teilt. Dazu kommentiert er: "Wer kann Messer?"

Das ist der entsprechende Screenshot:

Historiker Frey schreibt von "Gewaltphantasien bei der AfD". Neben dem Screenshot zu Merkel zeigt er weitere mutmaßliche Bilder von Harlaß' Facebook-Seite. Darauf sind mehrere Gewehre und historische Waffen zu sehen, in den Kommentaren dazu suggeriert Harlaß, dass es sich um seine Sammlung handelt.

Auf eine Anfrage von bento reagierte der AfD-Politiker bislang nicht.

Was hat es mit dem Artikel auf, den Harlaß geteilt haben soll?

Das ist eine offensichtliche Falschmeldung: Es gibt keinerlei Pläne der Bundesregierung, Ausländern ohne Pass das Wahlrecht zu ermöglichen. Der Artikel stammt auch nicht aus einer seriösen Quelle – sondern von einem russischen Hetzblog, der Geld damit verdient, Falschmeldungen möglichst breit zu streuen. 

Wer ist Andreas Harlaß?

Harlaß war früher Redakteur der "Bild"-Zeitung und schrieb später für die rechte Wochenzeitung "Junge Freiheit". Heute arbeitet er als Pressesprecher der sächsischen AfD. 

Mit seiner Facebook-Seite fiel er bereits in der Vergangenheit auf. Im Dezember vergangenen Jahres teilte er ein Foto mit einem SS-Julleuchter:

Die Julleuchter waren Teil der Nazi-Propangada, um das Weihnachtsfest abzuschaffen. Gegenüber der "Frankfurter Rundschau" bestritt Harlaß jedoch, dass er mit dem Post an die SS erinnern wollte.

Kurze Zeit später teilte er auch ein Bild der norwegischen Olympia-Mannschaft: 

Eigentlich unverfänglich. Die Norweger gerieten allerdings in die Kritik – weil auf ihren Pullovern germanische Runen sichtbar sein sollen. 

Das steckt dahinter:


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