Ein Foto sorgt für Ärger bei Ryanair – und für sechs Entlassungen. Auf dem Foto, das inzwischen fast 2.000 Mal geteilt wurde, sind sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fluggesellschaft zu sehen, auf dem Boden liegend, schlafend. Sie erheben schwere Vorwürfe gegen die Airline. Die Folge: Sie wurden gefeuert, das Foto sei bloß gestellt, sagt Ryanair. (BBC)

Was ist passiert?

Am 14. Oktober sollen über 20 Crewmitglieder in Malaga gestrandet sein, nachdem ein Rückflug nach Porto gestrichen wurde. Ryanair behauptet, die Crew hätte eine kurze Zeit im sogenannten "Crew Room" verbracht, bevor sie in eine VIP-Lounge gehen durfte. 

Am nächsten Tag soll sie zurück nach Porto geflogen sein. Wie die Fluggesellschaft am Mittwoch mitteilte, wurden sechs Beschäftigte gefeuert. 

Wie begründet Ryanair die Entlassungen?

Man wirft den Crewmitgliedern vor, mit dem Bild der Airline geschadet zu haben. Das Foto sei gestellt worden, um die falsche Behauptung zu stützen, die Crew habe auf dem Boden schlafen müssen, sagt ein Sprecher der Fluggesellschaft. Das habe einen "irreparablen Vertrauensverlust" zur Folge gehabt. Ryanair veröffentlichte außerdem Aufnahmen einer Überwachungskamera, die zeigen, dass die Crew sich nur kurz auf den Boden gelegt hatte. (SPIEGEL ONLINE)

Die Entlassungen werden nun von einer Gewerkschaft geprüft.

Die portugiesische Gewerkschaft SNPVAC behauptet, die Mitarbeiter hätten in der Nacht auf dem Boden eines Raumes schlafen müssen. Ohne Zugang zu Wasser oder Essen und mit nur acht Stühlen für die 24 Crewmitglieder. Erst später seien sie in eine VIP-Lounge gekommen.


Gerechtigkeit

4 Grafiken, die uns schaudern lassen: Studie untersucht Ausländerhass in Deutschland

Ausschreitungen von Rechtsradikalen wie in Chemnitz, rassistische Beleidigungen und Übergriffe auf Menschen aufgrund ihrer Herkunft sind keine Einzelfälle. Laut einer Studie der Universität Leipzig hat die Ausländerfeindlichkeit in Deutschland zuletzt zugenommen. Das trifft vor allem einzelne Gruppen wie Muslime und Asylbewerber.

Antisemitische Tendenzen seien leicht rückläufig im Vergleich zu 2016, so die Autoren der repräsentativen Studie "Flucht ins Autoritäre". Das Forscherteam hat mehr als 2400 Deutsche zu ihren Einstellungen sowie zu ihrer Persönlichkeit befragen lassen. Damit wollten die Leipziger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler herausfinden, wie rechtsextreme Einstellungen entstehen.

1 Ausländerfeindlichkeit

Der Aussage, dass Ausländer nur nach Deutschland kommen würden, um den Sozialstaat auszunutzen, stimmten fast zwei Drittel der Befragten zumindest zum Teil zu.

Ganz ähnlich sehen die Zahlen bei einer gefühlten Überfremdung aus – hier stimmten fast ebenso viele zumindest zum Teil zu: