Bild: dpa/Axel Heimken

In den News rund um die G20-Krawalle tauchte ein Name immer wieder auf: Rote Flora. Das Haus gilt als Heimat der linken Szene in Hamburg, viele Proteste gegen G20 wurden von dort organisiert. Die schlimmen Ausschreitungen und Plünderungen in der Nacht zum Samstag fanden vor den Toren der Roten Flora statt (bento).

Jetzt wird um das Objekt gestritten – viele fordern die Schließung, oder zumindest Räumung, der Roten Flora. 

Wir erklären dir, was es mit dem Haus auf sich hat.

Wo genau liegt die Rote Flora?

Das Gebäude steht im Hamburger Schanzenviertel. Das Viertel gilt als links und studentisch, die Flora ist eines seiner kulturellen Zentren.

(Bild: Lokaler/dpa)
Wie wurde die Rote Flora zum linken Zentrum?

Die Flora war zunächst ein Theater, später sollte das Gebäude zur Musical-Halle umgebaut werden. Dagegen wehrten sich Linksautonome – und besetzten das Gebäude im November 1989. 

Lange gehörte das Gebäude einem privaten Investor, der die Besetzer vertreiben wollte. 2014 kaufte die Stadt Hamburg das Zentrum, konnte jedoch die Anwohner auch nicht vertreiben (taz). Die Hausbesetzung gilt bis heute.

Wie gefährlich ist die Rote Flora?

Das Gebäude wird von Linksautonomen besetzt, also einer Gruppe von Linken, die sich selbst als unabhängig vom Staat begreift. Unter ihnen sind laut Hamburger Verfassungsschutz auch Linksextreme – also solche, die am Umsturz der bestehenden Gesellschaft arbeiten.

Die Besetzer selbst bezeichnen sich auf der Flora-Homepage ebenfalls als Radikale, die "den bestehenden Staat" abschaffen wollen.

Aber: Viele Flora-Bewohner haben sich von der Gewalt vor allem von Freitag auf Samstag distanziert. Die Randale im Schanzenviertel sei nicht in ihrem Sinne gewesen, sagten sie später. (Tagesspiegel)

Was passiert in der Roten Flora?

Das Zentrum gilt als Treffpunkt der linken Szene, aber auch als Planungsort für Demos und Proteste. Es gibt Selbsthilfegruppen, Diskussionsabende und Fahrrad-Werkstätten. Für viele ist es meist nur ein Kulturzentrum – mit Partys, Konzerten und Lesungen.

Aber unter anderem die "Welcome to Hell"-Demo, bei der vor allem der sogenannte Schwarze Block gegen G20 demonstrieren wollte, wurde in der Roten Flora organisiert. Ihr Anmelder Andreas Blechschmidt gilt als einer der Autonomen-Anführer Hamburgs. 

Was soll jetzt passieren?

Eine Online-Petition hatte kurzzeitig gefordert, die Rote Flora in einen Kindergarten umzuwandeln. Kurz vor Erreichen des Unterschriftenziels wurde die Petition jedoch wieder eingestellt. Genau diese Idee gibt es jedoch schon länger, sie wurde nur nie umgesetzt. 

Egal, ob ein Kindergarten in das Haus kommt, zunächst müsste es mit seinen Besetzern geräumt werden. Genau das fordern nun CDU-Politiker in Hamburg (SPIEGEL ONLINE). Aber auch diese Forderungen sind nicht neu.


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Die Kirche will erst Kondome auf dem CSD verteilen – dann lieber doch nicht
Aber ein bisschen dabei sein will sie dann doch.

Der Christopher Street Day (CSD) ist bekannt dafür, schrill, bunt und alles andere als konventionell zu sein. Auf dem Demozug der LGBT-Gemeinschaft, der in vielen verschiedenen Städten weltweit stattfindet, soll sich jeder ausleben können – egal, wie anders er zu sein scheinen mag.

In diesem Jahr will das auch die Evangelische Kirche unterstützen. Zum ersten Mal nimmt die Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) – genauer deren Berliner Ableger – mit einem eigenen Wagen an der großen Demo teil.