Alle Guten Dinge: Was motiviert junge Leute? Folge 4: Rettungsschwimmerin Saskia

Saskia sagt, sie sei sozusagen bei der Wasserwacht aufgewachsen. Ihr Vater ist bei den Rettungsschwimmern aktiv und schon als Kind liebte die heute 22-Jährige das Wasser. Mittlerweile ist sie stellvertretende technische Leiterin der Wasserwacht Neuss und zudem Rettungsschwimmern und -taucherin. 

Besonders im Sommer verlangt ihr Ehrenamt ihr einiges ab: Die Rheinwacht hat bei warmen Temperaturen viel zu tun, denn Badende unterschätzen häufig Gefahren oder überschätzen ihre Fähigkeiten. Saskia macht Menschen auf diese Gefahren aufmerksam. "Ich vergleiche das dann oft mit einer Autobahn", erklärt sie, "da würde ja auch niemand seine Kinder am Rand spielen lassen." 

In vielen Gewässern gibt es Unterströmungen oder andere Gefahren, die für Laien unsichtbar sind. Diese versucht Saskia den Menschen näher zu bringen: "Es ist echt frustrierend, wenn man dann hört: 'Aber ich kann doch schwimmen!'. Dann sage ich manchmal nur: 'Das dachten andere auch'." 

Videoreihe: "Alle guten Dinge"

In unserer Reihe "Alle guten Dinge" sprechen wir mit aktiven jungen Menschen über ihr Engagement. Welche drei Dinge sind es, die sie motivieren? Oder inspirieren? Die ihnen helfen, weiter zu machen? Die Videoserie zeigt, wofür junge Menschen sich einsetzen, was sie persönlich antreibt – und was sie dazu brauchen. 

Wie Saskia mit solchen schlimmen Fällen umgeht und was sie trotzdem motiviert, wieder in das Rettungsboot zu steigen, erfährst du oben im Video.


Streaming

Big Brother 2020: Warum die Sendung besser als die Realität ist

In einer Zeit, da Totalüberwachung längst zum Alltag gehört, startete diese Woche die 13. Staffel des Voyeurismus-Spektakels "Big Brother" auf Sat.1. Das Interesse an der Sendung: verhalten. (Quotenmeter

Fünf Jahre nach Staffel 12 kommt jetzt eine Fortsetzung. Warum?

Sat.1 provozierte – in weiser Voraussicht – mit Slogans wie "Du bestimmst, was ein Mensch wert ist" zumindest ein kleines bisschen Shitstorm-Aufmerksamkeit für das ausgelutschte Format. (RND)

20 Jahre ist es bereits her, dass mit "Big Brother" so etwas wie die Mutter aller Reality-Shows das erste Mal im deutschen Fernsehen gezeigt wurde. Das Internet kam bei den meisten höchstens in ISDN- statt Glasfaser-Geschwindigkeit an, das iPhone und Facebook waren noch nicht erfunden und der Angstmacherei vor internationalem Terror hatte in westlichen Demokratien noch kein gesteigertes Interesse geweckt, die Bürger zur Wahrung des "Supergrundrechts Sicherheit" flächendeckend zu bespitzeln. 

100 Tage ganz normalen Leuten beim Leben zugucken – reicht das heute noch als Unterhaltung? 

Der Einblick in das Leben anderer, die sich Ruhm, Geld oder Aufmerksamkeit erhoffen, ist spätestens seit dem Web 2.0 Standard. Das scheinen auch die Produzenten gemerkt zu haben und implementierten in der neuen Staffel eine Bewertungs-App in das Geschehen mit ein. 

Und die birgt tatsächlich einige interessante Aspekte: Zuschauer dürfen nun (nach Eingabe ihrer persönlichen Daten) jeden Tag alle Kandidatinnen und Kandidaten auf einer Skala von eins bis fünf bewerten. Anders als beim früheren Telefon-Voting werden der Durchschnitts-Score sowie positive und negative Kommentare den Bewohnern regelmäßig auf Bildschirmen in ihrem Glashaus angezeigt. 

Der Reiz: Die Bewohner durch das konstante Be- und Abwerten zur Verhaltensänderung zwingen – und sie dabei beobachten.

Ganz wie in "Black Mirror" oder "Qualityland" wird der Beliebtheits-Score einer Person also zu ihrer Motivation und Disziplinierung verwendet.