Die Bundesregierung will endlich das Thema Rente angehen. Arbeitsministerin Andrea Nahles hat deshalb nun ein umfangreiches Rentenpaket vorgestellt, die "Alterssicherung 2030+". Wie sehr werden junge Menschen berücksichtigt?

Wer heute 30 Jahre alt ist, muss aktuell mindestens bis 67 arbeiten – und kann also 2053 in Rente gehen.

Die zentrale Forderung lautet: Arbeitsministerin Nahles will das sogenannte Rentenniveau (dazu später mehr) bis 2045 nicht unter 46 Prozent absinken lassen. Bis in die Fünfzigerjahre wird also noch nicht geplant.

Erst mal zum Grundproblem: Warum ist die Rente so ein schwieriges Thema?

Die Bevölkerung in Deutschland wird insgesamt immer älter, zugleich bekommen sie zu wenige Kinder. Durch Steuern und Beiträge zahlen die Jüngeren in die Rentenkasse ein – die, die nicht mehr arbeiten, bekommen Geld aus diesem Topf. Für die Zukunft heißt das: Immer weniger junge Menschen müssen immer mehr ältere Menschen mitfinanzieren.

Um es noch einmal plastisch zu machen: Aktuell stehen etwa 35 Menschen im Rentenalter 100 Menschen im erwerbsfähigen Alter gegenüber. Im Jahr 2045 wird das Verhältnis dann 55 zu 100 sein (Gesamtkonzept zur Alterssicherung)

Dass die Rente also eher sinken als steigen wird, ist abzusehen (Altersarmut droht). Gleichzeitig müssen die Abgaben für Arbeitnehmer erhöht werden (Mehrbelastung kommt). Wir werden also jetzt mehr von unserem Gehalt abgeben und später noch weniger rausbekommen.

Was wird nun im neuen Rentenpaket versprochen?

Nahles hat ihr Paket am Freitag in einer Pressekonferenz vorgestellt (Hier der Link zum Gesamtkonzept). Der wichtigste Punkt passt allerdings in diesen Tweet:

Das bedeutet? Das Rentenniveau setzt die Rente ins Verhältnis zum aktuellen Durchschnittseinkommen. Nahles will sicherstellen, dass jeder, der bis 2045 in den Ruhestand geht, mindestens 46 Prozent, also knapp die Hälfte, des aktuellen Einkommens erhält. Verdient ein Arbeiter im Jahr 2045 also 2000 Euro, bekommt ein Rentner dann 920 Euro.

Und was bedeutet das für uns?

In den Jahren danach könnte das Rentenniveau sinken, Experten fürchten auf unter 42 Prozent. Vielen aus unserer Generation könnte dann Altersarmut drohen.

So schlimm? Es gibt doch für Millennials sicher auch gute Botschaften im Rentenpakten?

Eines zeigt die Bundesregierung: guten Willen. "Die Finanzierung der Alterssicherung muss generationsgerecht und verlässlich sein. Die Lasten des demographischen Wandels müssen auf alle Schultern verteilt und dürfen nicht nur den zukünftigen Beitragszahlerinnen und Beitrags", heißt es in dem offiziellen Papier.

Aber wie viel Konkretes steckt hinter den Worthülsen? Vor allem in einem Punkt wollen Nahles und ihr Team den Nachteilen des sogenannten demografischen Wandels entgegenwirken: An der Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung beteiligen sich die Arbeitnehmer mit Steuerzahlungen und auch der Bund mit Steuergeld. Der Anteil des Bundes soll wachsen.

Nahles Lösung: Ein sogenannter steuerfinanzierter Demografiezuschuss. Das bedeutet, dass das Steuergeld, das der Bund einnimmt, stärker in die Rente investiert werden soll. Ab 2040 sollen das etwa 7,7 Milliarden Euro jährlich für die Rentenkasse sein.

Bislang konnte sie diesen Vorschlag in der Regierungskoalition aber noch nicht durchsetzen.


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