Bild: dpa/Steffen Kugler
2,18 Euro haben oder nicht haben.

Ein Spartrick der anderen Art: In Dresden stand am Montag ein 27-Jähriger vor Gericht, weil er mehrfach nicht den auf dem Kassenzettel ausgezeichneten Kaufpreis bezahlt, sondern die Mehrwertsteuer abgezogen hat. (Sächsische Zeitung)

  • Julian R. hat bei zwei Einkäufen insgesamt 2,18 Euro zu wenig bezahlt.
  • Die Staatsanwaltschaft vermutet dahinter eine Masche von Reichsbürgern. 


Wie hat er das gemacht?

Der Mann rechnete sich schon bevor er an die Kasse ging die Preise ohne Steuern aus. Dabei unterschied er sogar zwischen 7 Prozent und 19 Prozent Mehrwertsteuer. An der Kasse übergab er dann den Kassiererinnen eine Handvoll Kleingeld – und ging. 

  • Statt 22,95€ bezahlte er bei seinem Einkauf bei "Netto" in Dresden einmal nur 21,01€.
  • Ein anderes Mal bezahlte er statt 1,49€ nur 1,25€.

Beim Nachzählen merkten die Kassiererinnen dann, dass immer genau der Steueranteil fehlte. Diese Masche hat R. anscheinend auch schon in anderen Supermärkten wie "Aldi" und "Konsum" versucht. In der "Netto"-Filiale hat er inzwischen Hausverbot.

Was steckt hinter der Masche?

Bei diesem Vorgehen könnte es sich um eine neue Masche von sogenannten Reichsbürgern handeln. Sie lehnen die Bundesrepublik ab, halten sie für ein Unternehmen. Staatsbedienstete und Gesetze erkennen Reichsbürger nicht an, deshalb lehnen sie beispielsweise auch die Mehrwertsteuer ab, wie in diesem Fall.

Welche Strafe erwartet Julian R.?

  • Am Montag sollte sich Julian R. vor Gericht wegen Diebstahls vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten.
  • Der 27-Jährige erschien nicht, wurde aber in Abwesenheit zu 600€ Geldstrafe verurteilt. Gegen diese Strafe kann er Einspruch einlegen. 
  • Nach eigenen Angaben fühlt sich Julian R. nicht der Reichsbürgerbewegung zugehörig. Aber:
  • Er wurde schon mehrfach wegen für Reichsbürgern typischen Straftaten auffällig, wie zum Beispiel Fahren ohne Führerschein und Versicherungsschutz, Urkundenfälschung, Beleidigung, Betrug und Sachbeschädigung.

Gerechtigkeit

Saudische Frauen dürfen nun Auto fahren – müssen aber für den Führerschein deutlich mehr als Männer zahlen
Nun helfen sie sich selbst.

In weniger als einem Monat erlebt Saudi-Arabien Historisches: Ab Juni wird Frauen in dem erzkonservativen Königreich erstmals erlaubt, selbst Auto zu fahren (bento). Bislang war es ihnen all die Jahrzehnte verboten. Islamische Prediger hatten die Regel durchgesetzt, dass es "unislamisch" sei, wenn Frauen hinterm Steuer sitzen.

Zwar gab es auch bisher schon Frauen, die sich heimlich hinter getönten Scheiben ans Lenkrad gesetzt haben – aber sie fuhren immer unter dem Risiko, von Sittenwächtern oder Polizisten erwischt zu werden. Nun dürfen sie offiziell fahren. Und müssen daher auch offiziell den Führerschein machen.

Fahrlehrer und Offizielle versuchen nun, unerfahrene Frauen abzuzocken. Doch die wehren sich.