Bild: imago / Nils Jorgensen

Das Amtsgericht Göttingen hat einen 31-jährigen Reichsbürger verurteilt. Unter anderem wollte er sich mit einem falschen Schuldschein einen Ferrari GTS kaufen. Außerdem hatte er Richter, Staatsanwälte, Polizisten und Gerichtsvollzieher genötigt und bedroht.

Gegen den verschuldeten Unternehmer gibt es mehr als ein Dutzend Verfahren. Erst vor zwei Monaten war er wegen einer falschen eidesstaatlichen Versicherung verurteilt worden. Die Haftstrafe von 19 Monaten wurde nur zur Bewährung ausgesetzt, weil er sich mittlerweile von den Reichsbürgern distanziert – und Details auspackte.

Bevor wir dazu kommen, nur schnell:

Reichsbürger sind Anhänger einer Theorie, nach der Deutschland kein rechtmäßiger Staat sei. Sie glauben, dass das Deutsche Reich weiter existiert. Reichsbürger werden immer dann auffällig, wenn Behörden etwas von ihnen verlangen. Zum Beispiel einen Führerschein, Steuern oder Unterhalt.

In solchen Fällen wehren sich die Reichsbürger, bis der Gerichtsvollzieher kommt oder sie vor Gericht landen. Ein Gerichtsvollzieher wurde mal von Reichsbürgern gekidnappt. Erst vor einigen Tagen rückte die Polizei bei einer Vollstreckung in Sachsen-Anhalt mit Spezialeinsatzkommando an. Es kam zum Schusswechsel.

Zurück zum Ferrari.

Der 31-Jährige hatte sich selbst mehrere Schuldscheine ausgestellt und versucht, damit Luxusautos zu kaufen. Bei der Justiz in Nordrhein-Westfalen ersteigerte er Anfang des Jahres einen Ferrari für 83.100 Euro. Er zahlte mit einem solchen Schuldschein über angeblich 200.000 Euro.

Immer wieder Reichsbürger: News der vergangenen Wochen
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Weil das Amtsgericht in Warburg ihm das Auto nicht herausgeben wollte, drohte er damit, die Direktorin des Gerichts als "kommisarische Pfandschaft" festzunehmen. Außerdem verlangte er die Überweisung des Differenzbetrags.

Keine besonders gute Idee, wie er nun selbst einräumt.

Im vorherigen Prozess hatte er sich noch mit "Mensch" anreden lassen. Post von Behörden schickte er zurück mit dem Hinweis, die Deutsche Post sei ein "BRD-Unternehmen" und werde von ihm nicht anerkannt.

Nun gab sich der 31-Jährige geläutert. Die Idee mit den Schuldscheinen habe er von anderen Reichsbürgern bekommen. Die habe er über einen Freund kennengelernt. Er sei zu zwei geheimen Treffen nach Polen gereist, um andere Reichsbürger zu treffen.

Auf Seminaren sei ihm beigebracht worden, wie man als Reichsbürger Behörden gegenüber auftrete. Die Reichsbürger versuchen, offizielle Stellen mit Einsprüchen und Widersprüchen zu lähmen. Für die Schulungen und Drohformulare will er insgesamt 1900 Euro bezahlt haben.

Den Ferrari will der Reichsbürger auch gar nicht selbst ersteigert haben: Ein Werner von Preußen habe ihm gezeigt, wie man sich eine Software namens Teamviewer zur Fernsteuerung seines Computers installiert. Jemand anderes habe dann den Ferrari über seinen Computer ersteigert. Bezahlen wollte er den Ferrari offenbar trotzdem. Er habe Anleitungen bekommen, wie man mit Drohschreiben und Schuldscheinen Geld eintreiben könne.

Offenbar versuchen einige findige Reichsbürger, ihr Wissen an andere Reichsbürger zu verkaufen.

Bisher geht der Verfassungsschutz davon aus, dass die Reichsbürger zwar nerven und in Einzelfällen gefährlich werden können, aber nicht besonders gut organisiert und vernetzt sind.

Mehr Infos über den Fall:

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12 tolle Karikaturen zum Burkini-Streit in Frankreich

Dürfen Frauen anziehen, was sie wollen? In Deutschland finden viele Menschen, dass Burka und Niqab verboten gehören. Laut einer Umfrage will jeder Zweite muslimischen Frauen verbieten, sich in der Öffentlichkeit zu verschleiern.

In Frankreich gibt es ein solches Verbot bereits. Darüber hinaus haben mehrere Gemeinden versucht, auch den Burkini am Strand zu verbieten. Obwohl der das Gesicht der Frauen nicht verschleiert und eher aussieht wie ein Neoprenanzug. Die Polizei kontrollierte Strände und verhängte Bußgelder für Frauen, die zu viel Kleidung trugen. Das oberste Verwaltungsgericht hat allerdings gerade entschieden, dass das Burkini-Verbot rechtswidrig ist.

Wir finden: Jede und jeder sollte sich ganz nach Belieben anziehen. Mit Burkini. Ohne Kopftuch. Mit Kopftuch. Hauptsache, man fühlt sich wohl.

Wie absurd ein Burkini-Verbot ist, zeigen diese Karikaturen: