Endlich, dachte ich, als die Wehrpflicht vor fünf Jahren ausgesetzt wurde. Ich lebe in einem Land, das fortschrittlich ist und Menschen nicht zum Dienst an der Waffe verpflichten möchte. Entsprechend überrascht hat mich die Nachricht, dass die Regierung die Wiedereinführung der Wehrpflicht durchspielt. Es geht darum, im Ernstfall – wenn Deutschland etwa im Rahmen von Nato-Einsätzen das Bündnisgebiet an dessen Außengrenzen verteidigen muss – gewappnet zu sein. (Zeit Online)

Ich erinnere mich noch an die Gespräche der Jungs in meiner Klasse: Reicht die Knieverletzung vom Fußball für die Ausmusterung? Lieber Omas und Opas bekochen als Krieg zu simulieren? Warum überhaupt eine Armee, wo wir in Europa doch seit Jahren keinen Krieg haben? Und natürlich ging es auch um diese Frage:

Wieso muss ich ein Jahr meines Lebens opfern und ihr Frauen nicht?

Ich fand es sehr befreiend, dass ich mir als Frau um diese Frage keine Gedanken machen musste. Ich konnte direkt loslegen, neue Stadt, neue Leute, nur noch machen, wozu ich selbst auch Lust hatte.

Die Männer hatten diese Freiheit nicht. Das war ungerecht.

Ich bin gegen die Wehrpflicht. Aber wenn sie zurückkommt, dann bitte für alle. Wehrpflicht nur für Männer wäre ein falsches Zeichen in Sachen Gleichberechtigung.

Sollte die Wehrpflicht also tatsächlich zurückkommen, muss es Gleichberechtigung geben.

Seit 2001 steht es Frauen in Deutschland offen, alle Laufbahnen bei der Bundeswehr einzuschlagen. Rund 20.000 Soldatinnen zeigen, dass sie ebenso wie Männer erfolgreich ihren Dienst leisten können. Dass der Wehrdienst reine Männersache war, wurde auch mit dem Kinderkriegen begründet: Frauen bekommen den Nachwuchs und verlieren dabei mindestens so viel Zeit für die Karriere wie die Männer beim Bund.

Aber das ist ein schiefes Argument, denn Kinder bekommen und Wehrdienst lassen sich nicht miteinander vergleichen. Außerdem können mittlerweile auch Männer Elternzeit nehmen. Da ist die Gleichberechtigung schon weiter.

Eine neue Wehrpflicht hieße ja auch nicht, dass alle zur Bundeswehr müssen. Der Staat kann schließlich niemanden zwingen, eine Waffe zu tragen. Wie früher könnte man Zivildienst leisten: Im Altenheim, Krankenhaus oder in einer Einrichtungen für Behinderte aushelfen.


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