Mit dem Erscheinen von "Red Dead Redemption 2" hat die Spieleschmiede "Rockstar Games" einen neuen Klassiker herausgebracht. Die riesige, offene Spielwelt und die vielen Details des Western-Games begeistern Millionen von Fans. Allein in den ersten zwei Wochen verkaufte sich "RDR2" mehr als 17 Millionen mal. (Polygon)

Doch während die Realitätstreue des Spiels gefeiert wird, kommt genau daran nun auch Kritik auf.

Was ist da bei "Red Dead Redemption 2" los?

Auf YouTube haben einige Gamer Videos aus dem Spiel gepostet, mit Titeln wie "Red Dead Redemption 2 – Beating up annoying Feminist". Darin ist zu sehen, wie der Spieler in der virtuellen Welt einer "Suffragette" begegnet, also einer historischen Frauenrechtlerin. Kurz darauf fesselt, verprügelt, oder erschießt der Spieler die Figur. In einem weiteren Video namens "Annoying Feminist Fed To Pigs" wird die Leiche der Frau dann noch an Schweine verfüttert.

Welche Kommentare gibt es unter den Videos?

Die realistische Darstellung der Szene bringt in den Zuschauern offenbar tief sitzenden Frauenhass hervor. Man liest Kommentare wie diesen:

"Ein Spiel, in dem ich die Scheiße aus einer Feministin prügeln kann? Wo ist mein Portemonnaie?"

(Bild: Youtube )

Ein anderer schrieb: "Ich hab mir schon so oft einen auf dieses Video runtergeholt!"

(Bild: Youtube )

Außerdem wurde hart gegen Feministinnen gehetzt. Ein Zuschauer schrieb: "Die einzigen guten Feministinnen sind tote Feministinnen."

(Bild: Youtube )

Zudem kommen Kommentare, in denen Spieler ihre eigene Erfahrung in der gleichen Szene teilen: 

"Ich habe die Frau auch umgebracht. Jedes Mal musste ich mir ihr Gelaber anhören. Das hat mich genervt, also hab ich sie zum Essen eingeladen, auch wenn das Einzige, das serviert wurde, ein Schuss aus einer Schrotflinte war."

(Bild: Youtube )

Wie reagierte YouTube auf die Kommentare?

Mindestens acht Videos wurden auf Grund der massenhaften Hasskommentare kurzzeitig gesperrt, einer der Clips hatte beim Zeitpunkt seiner Löschung schon mehr als eine Million Views. (BBC)

Doch kurz darauf hat YouTube offenbar dem Druck der Community nachgegeben und die Videos wieder freigeschaltet. Ausschlaggebend dafür soll ein Twitter-Video des YouTubers "DramaAlert" gewesen sein, das sich direkt an den YouTube-Chef für Gaming und Virtual Reality, Ryan Wyatt, richtete. In dem Video forderte der YouTuber Wyatt auf, die Videos wieder online zu stellen. Dieser antwortete kurze Zeit später, dass die Videos wieder aufrufbar seien.

Wie siehst du das Ganze?

Übrigens: 

Nachdem YouTube den Kanal wieder freischaltete, veröffentliche der YouTuber unter anderem einen Clip aus RDR2 mit dem Titel "Deporting A Mexican", wo der Spieler einen Mexikaner mit einem Lasso fängt, auf ein Pferd packt und über die Grenze bringt. 


Today

Wegen Migranten aus Mittelamerika: Donald Trump will Asylregelungen verschärfen
Wissen zum Mitreden

US-Präsident Donald Trump will die Asylregeln an den Südgrenzen der USA verschärfen, um Flüchtlingen aus Mittelamerika die Einreise in das Land zu erschweren. Mehrere Organisationen kündigten Widerstände vor Gericht an.

Was plant Donald Trump?

Trump will im Laufe des Tages eine Proklamation unterschreiben, mit der Asylanträge an der Südgrenze zu Mexiko erschwert werden. Wie das Weiße Haus mitteilte, sollen demnach Asylanträge von Mittelamerikanern nur noch an zentralen Stellen gestellt werden können. Somit können Asylsuchende nicht mehr wie bisher, ins Land einreisen und dann einen Antrag stellen. 

Die Anträge sollen nun direkt an der Grenze bearbeitet und bewilligt oder abgelehnt werden.

Warum will die Regierung die Änderungen durchsetzen?

Laut des Weißen Hauses sollen die neuen Regelungen dazu führen, geeignetes Personal an bestimmten Punkten zu konzentrieren und ein effizienteres Vorgehen für diejenigen zu gewährleisten, die einen Anspruch an ein Asylverfahren haben. 

Die Regierung wies darauf hin, dass nur neun Prozent der gestellten Asylanträge vor Gericht als berechtigt angesehen werden. Ein Mitarbeiter des Weißen Hauses sprach von einer "sehr großen Krise", weil die Grenzüberschritte auf einem historischen Hoch seien. Menschen, denen Asyl zusteht, würden zu kurz kommen, da das System überfüllt von Anträgen sei, die mehrheitlich abgelehnt werden müssten.

Während des Wahlkampfes zu den Midterm-Wahlen hatte Trump angekündigt, das Gesetz zu verschärfen und auf die Flüchtlingskarawane hingewiesen, die sich auf dem Weg von Lateinamerika in die USA befindet (bento). Derzeit ist die Gruppe in einem Stadion in Mexiko-Stadt einquartiert, viele Migranten beantragen bereits Asyl in Mexiko, weil sie den Weg bis an die US-Grenze nicht mehr schaffen.

Welche Kritik gibt es auf die Pläne?

Mehrere Menschenrechtsorganisationen kündigten rechtliche Schritte gegen die Regierung an, falls die Pläne tatsächlich in Kraft treten sollten. Die örtliche Einschränkung des Asylrechts soll ein Verstoß gegen US-Gesetze bedeuten.

Mit Material von dpa