Folge 5: #NachDenRechtenSehen

Tausende Worte begegnen uns täglich: Sie können den Tag retten, ihn vermiesen, Beziehungen beenden und Beziehungen besiegeln. Und: Worte können zu Taten werden. 

Das Thema Sprache kam in der Videoreihe "Nach den Rechten sehen" immer wieder vor. 

In der ersten Folge sagte unsere Gesprächspartnerin Amina:

Es kommt nicht von irgendwoher, dass der Typ mich 'Kopftuchschlampe' genannt hat. Sondern der hat das irgendwo gelernt.
Amina (25), Studentin der Erziehungswissenschaft aus Frankfurt

Die Sprache der Neuen Rechten schafft vor allem zwei Dinge. Zum einen wird mit gezielten Tabubrüchen der Diskurs und der sprachliche Handlungsrahmen nach rechts verschoben. Das geschieht nicht zuletzt durch die AfD im Bundestag. 

Zum anderen werden ganz alltäglich klingende Begriffe so aufgeladen, dass sie einen ausschließenden und rassistischen Charakter bekommen. Heimat? Kultur? Das kann für den einen ein ganz persönliches Gemeinschaftsgefühl sein. Für den anderen kann es schlicht bedeuten: "Ausländer raus".

Wie gelingen diese Taktiken und welche Auswirkungen hat rechte Sprache? 

Darüber haben wir mit dem Musiker, Produzenten und Buchautoren David Mayonga und mit dem Sprachwissenschaftler Toke Hoffmeister gesprochen. 

Was die beiden dazu sagen, seht ihr oben im Video. 

Nach den Rechten sehen

Ein Bekannter postet rassistische Witze im Netz, Demonstrierende zeigen den Hitlergruß, Abgeordnete reden im Bundestag über eine angebliche "Umvolkung" – und verharmlosen die NS-Zeit.

Rückt Deutschland wieder gefährlich nach rechts?

Antworten auf diese Frage suchen wir in der Videoreihe "Nach den Rechten sehen". Wir haben uns in Deutschland auf die Suche gemacht. Mit den Rechten geredet – und mit jenen, die sich dem Rechtsruck entgegenstellen. 

Für Feedback, Fragen oder Kritik: Schreibt uns eine Mail an nachdenrechtensehen@bento.de.


Gerechtigkeit

Für Red Bull vor Gericht: Warum ein Heroinabhängiger immer wieder Energydrinks klaut

Am Nachmittag des 26. Juli betritt Damir H. einen Kölner Getränkeladen. In seiner Hand: eine Hundetasche.

Wenig später will er das Geschäft wieder verlassen. In seiner Tasche: 47 Dosen Red Bull. An einer der Seiten der Transportbox verläuft ein feines Netz, das einem Hund ausreichende Sicht und Atemluft verschaffen soll. In diesem Fall jedoch ermöglicht das Netz vor allem leichte Sicht auf die 15 Liter Energy Drink. H. wird erwischt – und steht bereits vier Tage später vor Gericht.

Wobei "stehen" in seinem Fall nicht das richtige Wort ist: H., 34, drogensüchtig, obdachlos und 16-fach vorbestraft, kauert vor Gericht, sein Rücken ist krumm, der Kopf gesenkt, als könne man ihn nicht sehen, wenn er sich nur klein genug macht.