Bild: Screenshots D'Arreion Toles / Facebook Hintergrund Kevin Morris / Unsplash
Die Anwohnerin wurde mittlerweile wegen Rassismus gefeuert.

Ein Mann wollte abends einfach nur nach Hause in seine Wohnung – doch dann stellte sich ihm eine Nachbarin in den Weg. 

Aktuelle Videos zeigen einen Fall von Rassismus in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri. Die Bilder machen betroffen, weil sie zeigen, wie tief stereotypisierte Bilder noch immer in vielen Köpfen sitzen.

Was ist bei dem Vorfall genau passiert?

Derzeit kursieren drei Videos von D’Arreion Toles auf Facebook, die zeigen, wie dem Afroamerikaner von einer weißen Frau der Zugang zu seinem eigenen Apartmentkomplex verwehrt wird. In den Videos ist zu sehen, dass die Anwohnerin die Eingangstür blockiert und ihn auffordert, ihr seine Schlüsselkarte zu zeigen.

Die Frau aus dem Video scheint Toles nicht zu glauben, dass er wirklich dort wohnt und stellt sich so lange in den Eingang, bis er sich an ihr vorbeidrängt, um zu seinem Apartment zu gelangen. Doch selbst dann verfolgt ihn die Frau und möchte wissen, welche Wohnung er genau anmietet. Toles versichert ihr immer wieder, dass er ebenso wie sie ein Mieter sei und in Ruhe gelassen werden möchte. Letztendlich droht er damit, die Polizei zu rufen.

Hier kannst du die Szenen sehen:

Posted by D'Arreion Nuriyah Toles on Friday, October 12, 2018

Später erklärt D’Arreion Toles, dass die Polizei auch tatsächlich aufgetaucht sei. Allerdings nicht, weil er sie gerufen hatte, sondern weil sie auf den Notruf einer Anwohnerin reagierten, die nicht gewusst habe, ob ein ihr unbekannter Mann auch wirklich Mieter im Gebäude sei... (The New York Times)

Wie ging es weiter?

Nachdem Toles seine Videos des Vorfalls auf Facebook gepostet hatte, wurden in den Kommentaren sofort Rufe laut, die harte Strafen für die Anwohnerin forderten. Er selbst versichert in einem Interview mit dem Lokalsender KMOV, dass er die Anwohnerin nicht anzeigen wird und ihr nur das Beste wünscht. (KMOV)

Für die Anwohnerin hatte ihr rassistisches Verhalten dennoch große Konsequenzen: Ihr Arbeitgeber – ironischerweise eine Hausverwaltungsfirma – kündigte die Mitarbeiterin nach dem Auftauchen des Videos und schrieb in einem Statement auf ihrer Website, dass sie Rassismus oder racial profiling niemals unterstützen. (TheDailyHaze)

Menschen mit Migrationshintergrund begegnen im Alltag immer wieder Vorurteilen. Aber wie wäre es eigentlich, wenn Weiße so behandelt würden wie Nichtweiße? Wir stellen es uns so vor:


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