Bild: dpa/Tom Wunderlich/Montage: bento

Am 6. April 2016 soll ein Unbekannter eine 20-jährige Frau auf einem Spielplatz in Rostock-Warnemünde angegriffen und zum Oralverkehr gezwungen haben. 

"Vergewaltigung 20 Jährige Rostock Warnemünde Spielplatz durch dunkelhäutigen vermutlich muslimisch arabischen (nord)afrikaner (NAFRI), Polizei verschweigt Hautfarbe auch auf Nachfrage", so steht es auf Rapefugee.net, einer Website, die "sachlich, fundiert, unzensiert" sagen will, "was ARD und ZDF verschweigen."

Was die Seite selbst verschweigt: Die Hautfarbe des Täters kam nie zur Sprache, auch nicht in den Meldungen, auf die verlinkt wird. Und die Polizei zweifelt schon in ihrer ersten Mitteilung daran, dass die Tat tatsächlich stattgefunden hat.

Es gibt im Netz zahlreiche Webseiten, wie diese. 

Sie alle glauben an eine Wahrheit, die Polizei, Politiker und Medien vertuschen wollen und die lautet: Flüchtlinge vergewaltigen deutsche Frauen, Flüchtlinge sind Barbaren und überfallen Deutschland.

Den Beleg führt Rapefugees.net als sogenannte "Vergewaltigungskarte": Eine Deutschlandkarte im Netz, auf der alle Meldungen von sexuellen Übergriffen durch Geflüchtete markiert sind. Beiträge wie "Gruppenvergewaltigung: Armutsflüchtlinge vergewaltigen bettlägerige Oma im Schlaf krankenhausreif" ergänzen die Sammlung.

(Bild: Screenshot)
Aber was daran ist wahr, welche Fakten stimmen und welche wurden verdreht – oder gar erfunden?

Ein Team des aktuellen SPIEGEL hat sich der Meldungen angenommen. 

Was die Autoren überprüft haben:
  • Alle Meldungen auf Rapefugee.net aus dem Jahr 2016
  • In zehn Bundesländern, in Ost und West: Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein
  • Insgesamt kamen dabei 455 Fälle zusammen
  • Nach einer Bereinigung – Links, die ins Leere führten, Dopplungen – blieben noch 291 Fälle übrig

Das Ergebnis: Mit der Wahrheit haben die Meldungen nicht viel zu tun. Und in einigen Fällen waren die Täter außerdem Deutsche. Die gesamte Geschichte gibt es jetzt im aktuellen Heft. (Hier online, mit Bezahlschranke)

Tatsächlich aber steigt die Zahl der Straftaten laut einer aktuellen Studie durch mehr Geflüchtete im Land. (bento) Das hat verschiedene Gründe, einer davon ist sehr banal: Mehr Menschen bedeutet eben auch mehr Kriminalität. Und: Ausländisch aussehende Menschen werden häufiger angezeigt.

Die einzige langfristige Lösung, so die Gutachter der Studie: klare Regeln und nachhaltige Integration – Bildung, Arbeit, soziale Betreuung und Familiennachzug. 


Grün

US-Regierung will in geschützten Küstengewässern nach Öl bohren lassen

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump plant, in fast allen Küstengewässern der USA künftig Öl- und Gasbohrungen zu erlauben. Insgesamt sollen in mehr als 90 Prozent der Küstengebiete Bohrrechte an Ölfirmen versteigert werden. 

Besonders hart: Die Ölbohrungen sollen dann auch in bisher als Schutzgebiet ausgewiesenen Abschnitten stattfinden.

Den Vorschlag hat das US-Innenministerium ausgearbeitet (hier kannst du das Dokument einsehen). Bisher ist er noch nicht final abgesegnet. Aber wenn es so kommt, werden drei sogenannte Ocean Monuments, also Unterwasser-Schutzparks, eingedampft. Zwei davon liegen im Pazifik, eins im Atlantik.