Bild: Getty Images

Lyndsey Scott ist groß und schlank, sie hat langes dunkles Haar und ein einnehmendes Lächeln.

Scott arbeitet als Model, sie war auf den Titelseiten großer Modemagazine, lief für Victoria's Secret auf dem Laufsteg. Wenn sie das erzählt, sind andere Leute meistens wenig überrascht.

Denn Scott hat noch einen anderen Job: Sie ist Programmiererin. Sie entwickelt Software, hilft online anderen Menschen, die programmieren lernen wollen. Das glauben ihr andere Leute häufig weniger. Weil Scott aussieht, wie sie aussieht.

Auf Nachfragen hat Scott nun eine Antwort gefunden – und gleichzeitig ein Problem adressiert, das Frauen in technischen Berufen immer wieder begegnet.

Anlass war dieser Instagram-Post von "Coding Engineer", einem Account für Memes und andere Inhalte, die Programmierinnen und Programmierer interessieren.

Er zeigt ein Foto von Scott bei einer Modenschau, darunter sind die Programmiersprachen aufgelistet, die Scott beherrscht.

Die Bildunterschrift: "Programmieren ist für alle!"

Eigentlich ein ermutigender Post. Doch die Kommentare sind schnell alles andere als das.

"Was für eine Verschwendung", kommentiert jemand. "'Hallo Welt' zu schreiben gilt ja heutzutage schon als Programmieren…", schreibt ein anderer. Beim Scrollen zeigt sich: Dass Scott eine Frau ist, die nicht dem Klischee entspricht, reicht für viele Menschen aus, ihre Kompetenz anzuzweifeln.

Scott liest diese Kommentare. Und hat irgendwann genug davon: "Normalerweise versuche ich einfach, Negativität zu ignorieren. Aber in diesem Fall habe ich entschieden, einzusteigen", schreibt sie später in einem Instagram-Post.

Und die Antwort, die sie dann schreibt, ist ebenso sachlich wie entwaffnend: Sie listet denen, die an ihren Fähigkeiten zweifeln, schlicht ihre Errungenschaften auf.

Ich habe 27.481 Punkte in StackOverflow. Ich bin im iOS-Tutorial-Team von RayWendelich.com, ich bin die führende Software-Entwicklerin für RallyBound, ich habe einen Bachelor-Abschluss von Amherst, wo ich Computerwissenschaften und Theater studiert habe.

Einen sarkastischen Hinweis kann sie sich zum Ende hin dann doch nicht verkneifen:

Wenn ich die Kommentare hier anschaue, wundere ich mich ja, warum 41 Prozent der Frauen in technischen Berufen wegen einer feindseligen Arbeitsumgebung abbrechen. #worandaswohlliegt.

Ihre Antwort bekommt Tausende Likes, auf Instagram und Twitter melden sich viele Frauen zu Wort, die in technischen Berufen ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Denn wie Scott und andere Frauen berichten, müssen sie sich nicht nur online mit Trollen herumschlagen. Auch außerhalb des Internets haben sie immer wieder Probleme, ernst genommen zu werden. Dann, wenn andere Programmierer automatisch annehmen, dass sie "irgendwas mit den Farben" machten. Oder ihnen im Programmier-Seminar sagen, dass sie sich im falschen Raum befänden.


Eben diese Frauen bedanken sich jetzt bei Scott – und sie selbst bedankt sich für die Unterstützung, die sie seit ihrem Post erreicht hat.

Vor allem aber, schreibt sie in einem neuen Post, sei sie froh, dass es nun eine Diskussion darüber gebe – und so viele motiviert seien, die Branche offener zu machen.

Denn es ist Zeit, zu verstehen, dass nicht nur weiße, dünne Männer mit Brille Ahnung von Computern haben können:

Programmierer gibt es in allen möglichen Formen, Größen, Geschlechtern und Ethnien.
Lyndsey Scott



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