Doch die Akademiker wehren sich.

Das gibt es jetzt in einem Land zu Trumps Zeit: eine Internet-Seite, die Uni-Professoren an einen öffentlichen Pranger stellt.

"The Professor Watchlist" listet US-Professoren auf, die angeblich "konservative Studenten diskriminieren und linke Propaganda im Hörsaal fördern". Die Seite wurde vor vier Tagen gelauncht, mehr als 150 Akademiker wurden bereits gelistet. Studenten können anonym Vorschläge einreichen, dann werden ihre Dozenten mit Namen, Anschrift und Foto veröffentlicht.

Für was werden die Professoren kritisiert?

Unter den Akademikern sind solche, die sozialistische Ansichten vertreten, die den Klimawandel ansprechen (anstatt ihn zu verneinen), die sich für schärfere Waffengesetze einsetzen oder in ihren Vorlesungen die Privilegien der weißen Schicht thematisieren ("New York Magazine").

Nun haben Akademiker begonnen, die Arbeit des Watchblog zu stören. Unter #trollprofwatchlist reichen Dozenten nun absurde Vorschläge ein: So schlagen sie vor, Indiana Jones zu listen, weil er in seinen Filmen schon viele Nazis getötet und dadurch "eindeutig ein Problem mit weißen Faschisten" habe. Oder Jesus – weil er immerhin aus dem Nahen Osten komme und lange Haare habe.

So wehren sich Dozenten gegen die "Professor Watchlist" auf Twitter:
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Aber eines stimmt: Die amerikanischen Universitäten diskutieren seit einiger Zeit den Umgang mit "political correctness" in den Hörsälen. Viele konservative Studenten beklagen, dass linke Aktivisten Denkverbote erteilen würden – und so Meinungen zensieren (jetzt.de).

Nun scheint die Zeit des Diskurses endgültig vorbei; der Online-Pranger ist die Antwort.

Die Homepage ist nur das jüngste Beispiel, wie sich die USA seit dem Wahlsieg von Donald Trump verändern: Seither werden Muslime angegriffen und Schwarze beschimpft, LGBT-Hotlines vermelden einen Anstieg von Anrufen und die rassistische Alt-Right-Bewegung konferiert mit "Heil Trump"-Rufen und Hitlergruß mitten in Washington.

Donald Trump selbst distanziert sich: Er habe mit der rechtskonservativen Alt-Right nichts zu tun, sagte er am Dienstag der "New York Times". "Ich will diesen Gruppen keinen Aufwind geben." Und doch befeuert er indirekt die Hetze – Medien beschimpft er als Lügenblätter, als Chefberater hat er sich den Alt-Right-Mann Stephen Bannon an seine Seite geholt.

Ein Watchblog, der nun angeblich linke Intellektuelle auflistet, passt da gut in das Bild der neuen USA.

Hinter der Seite steckt eine Gruppe, die sich "Turning Point USA" nennt. Die Organisation wurde bereits 2012 gegründet, sie setzt sich nach eigenen Angaben für freien Handel und eine eingeschränkte Regierung ein.

Hinter "Turning Point USA" steckt der 23-jährige Charlie Kirk. Konservative Medien wie "Bloomberg" bezeichnen ihn als "boy wonder", andere wie "The Des Moines Register" attestieren seiner Organisation "unethische Arbeit" und eine "Hass-Bilanz".


Gerechtigkeit

Diese Frau will Hillary Clinton doch noch zur US-Präsidentin machen

In den Wochen vor der US-Wahl – als alle Umfragen noch Hillary Clinton vorne sahen – hatte ihr Gegner Donald Trump immer wieder betont, dass er die Wahl nicht anerkennen werde. Dann hatte er gewonnen und die Wahl doch anerkannt.

Die Skepsis kommt nun doch: von der unabhängigen Kandidaten Jill Stein. Stein hat bereits 4,6 Millionen Dollar (4,35 Millionen Euro) Spendengelder gesammelt, um eine Neuauszählung der Wahlergebnisse zu fordern. Stein selbst war grüne Kandidatin im Wahlkampf, holte aber kaum Stimmen.