„Ich kann das nicht mehr ertragen.“

Die Tränen fließen der neunjährigen Zianna Oliphant übers Gesicht. Eine Woche ist seit den schweren Ausschreitungen zwischen Polizei und Demonstranten in Charlotte, North Carolina, vergangen. Am Mittwoch hatte sich nun zum ersten Mal der Stadtrat über die angespannte Lage beraten.

Doch am Rednerpult sprachen an diesem Abend nicht nur Politiker – sondern auch Zianna. Sie adressierte den Stadtrat mit einer ganz persönlichen Botschaft:

Ich fühle mich anders als andere Menschen behandelt.

Immer wieder muss sich Zianna die Tränen aus den Augen wischen, doch ihre Stimme bleibt stark: "Ich bin geboren und aufgewachsen in Charlotte und ich habe mich noch nie so gefühlt wie heute."

Sie erzählt, wie es sich für die Kinder in der schwarzen Community anfühlt, wenn Polizeigewalt die eigene Familie trifft.

Es ist eine Schande, dass unsere Mütter und Väter getötet werden und wir sie nicht mehr sehen können. Es ist eine Schande, dass wir sie beerdigen müssen.

Zianna sagt, sie wolle nicht protestieren müssen, weil andere die Schwarzen falsch behandeln. Aber: "Wir tun das, weil wir Rechte haben müssen."

Zuletzt war am 20. September in Charlotte Keith Lamont Scott von einem Polizeibeamten erschossen worden – die Polizei hatte ihn fälschlicherweise für einen bewaffneten Verdächtigen gehalten. Seine Familie sagt, Scott habe zum Tatzeitpunkt keine Waffe, sondern ein Buch in der Hand gehalten. Nach der Tat war es in Charlotte nächtelang zu Ausschreitungen gekommen.

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NSU-Prozess: Warum die Aussage von Beate Zschäpe überrascht

Seit mehr als drei Jahren steht sie vor Gericht, noch nie äußerte sie sich persönlich. Am Donnerstag hat die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe nun ihr Schweigen gebrochen. (SPIEGEL ONLINE)

Zschäpe war Teil der rechten Terrorzelle "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU). Im Prozess geht es um die Morde, die der NSU begangen hat.

Was hat sie gesagt?
  • Sie erklärte, sie habe sich früher "durchaus mit Teilen des nationalistischen Gedankenguts" identifiziert. Inzwischen jedoch nicht mehr.
  • "Heute beurteile ich Menschen nicht nach Herkunft und politischer Einstellung, sondern nach Benehmen", sagte Zschäpe.
  • Zschäpe entschuldigte sich zudem bei den Opfern des NSU und den Hinterbliebenen.