Das wird man ja wohl noch fragen dürfen.

Fast immer, wenn sich die Diäten von Bundestagsabgeordneten erhöhen, ist der Aufschrei groß: "Saftige Diätenerhöhung" oder "Diäten-Hammer!" titeln Zeitungen regelmäßig. Seit dem 1. Juli beträgt das Grundgehalt unserer Parlamentarierinnen und Parlamentarier erstmals mehr als 10.000 Euro im Monat. 

Aber sind die Gehälter für Politikerinnen und Politiker gerechtfertigt? Bezahlt werden die Abgeordneten schließlich vom Geld der Steuerzahlenden.

Einige Parlamentarier verdienen außerdem nebenbei kräftig in der Wirtschaft mit, bei manchen sind es Hunderttausende Euro im Jahr. 

Das wird man ja wohl noch fragen dürfen

Vorurteile hat jeder. Manche sind uns bewusst, andere nicht, manche sind uns peinlich, andere halten wir für abstoßend oder hinterwäldlerisch. In dieser Reihe versuchen wir, weit verbreiteten Vorurteilen auf den Grund zu gehen und die dahinter stehenden Fragen wissenschaftlich zu beantworten. 

Doch tragen die Abgeordneten nicht auch eine hohe Verantwortung? Politiker ist ja kein 9-to-5-Job, eine 80-Stunden-Woche ist bei vielen wohl eher die Regel. Und: Könnten viele Politiker mit einem Job in der freien Wirtschaft nicht ohnehin mehr Geld verdienen? 

Wir haben uns die Fakten angesehen, mit einem Korruptionsforscher und Léa Briand von "Abgeordnetenwatch.de" gesprochen.

Halten sich unsere Politiker zurück oder stopfen sie sich die Taschen voll? Diese Frage klären wir oben im Video. 


Tech

Instagram löscht Likes – mir gefällt das!

Instagram hat sein Experiment ausgeweitet, Like-Zahlen unter Bildern und Videos zu verstecken. Nach dem Start in Kanada werden einzelnen Nutzerinnen und Nutzern nun auch in Brasilien, Australien, Neuseeland, Irland, Italien und Japan keine Likes mehr unter fremden Beiträgen angezeigt. 

Nur unter den eigenen Posts soll man sehen können, wie viele Menschen ihm ein Like gegeben haben, bei anderen zeigt Instagram nur noch gemeinsame Freunde an, denen ein Post gefällt. (SPIEGEL ONLINE)

Herzlose Influencer hassen diesen Trick: In der Welt der Schönen und dadurch Reichen sorgt die Nachricht für Aufregung. Po-Model Jem Wolfe aus Australien drohte schon mit der Löschung ihres Kontos und nannte die Maßnahme "demotivierend". (ABC) Der Grund: Die von Fans verteilten Herzchen sind für viele Influencer die Währung, mit der mögliche Kunden geködert und hohe Erlöse für Werbeposts ausgehandelt werden können. 

Dabei ist die Grundidee aus dem Insta-HQ gut! Das hat gleich mehrere Gründe: 

1 Instagram hat ein Problem mit Fake-Likes

Im Gegensatz zu alten Abi-Bekannten sind diese Freunde wirklich fake: Bots und gekaufte Likes sind zwar keine Neuigkeit, wirklich erfolgreich war Instagram im Kampf gegen die Plage aber nicht. Durch gekaufte Likes wird einerseits der Algorithmus von Instagram beeinflusst (er hält einen Post so für populär und zeigt ihn daher mehr Menschen an), andererseits bekommt er für Nutzerinnen und Nutzer eine höhere Glaubwürdigkeit. Denn was schon 10.000 anderen gefällt, muss gut sein, nicht wahr? 

Was bei geschmacklosen Modebildern aus Santorini banal erscheinen mag, gewinnt schnell eine gesellschaftliche Dimension: wenn Hetze, Lügen oder Wahlempfehlungen auf diesem Wege verbreitet werden. Der Testlauf auf Instagram könnte somit auch zu einem Experimentierlabor für den Mutterkonzern Facebook werden.